Auto-Winterschlussverkauf: Jetzt bis zu Minus 44%!

„Winterschlussverkauf“ auf dem Automarkt: Aktionsmodelle sind bis zu 26 Prozent günstiger, bei jungen Gebrauchten winken bis zu 44 Prozent. FORMAT erhob fünfzig Angebote für Pkw und zeigt, was bei Firmenfahrzeugen zu holen ist.

SLIDESHOW: Junge Gebrauchte zu Topkonditionen

SLIDESHOW: Neuwagen mit kräftigen Herstellerrabatten

Die Preise fallen derzeit wie Laub von den Bäumen: Gezählte 59 Excel-Seiten umfasst die neueste Ausgabe des „Promotion Report“ von Marktbeobachter Auto-Report. Akribisch werden dort alle Aktionen des heimischen Automarkts aufgelistet. Die Palette reicht von Komfort-Zusatzpaketen über Top-Leasingangebote und Sondermodelle bis hin zu Aufsehen erregenden Aktionspreisen. Auch wer nicht zum erlauchten Kreis der Brancheninsider zählt, hat inzwischen mitbekommen, dass auf dem Automarkt gerade Schlussverkaufstimmung herrscht. Eine Hörprobe am Autoradio genügt: In Werbespots werden neue Modelle zu günstigen Preisen offeriert, zu denen man überdies noch Treibstoff für die ersten 3.000 Kilometer oder ein 340-Euro-Starterpaket geschenkt bekommt.

Der Grund für die saisonale Betriebsamkeit gegen Jahresende ist klar: Die Fahrzeugimporteure wollen möglichst gute Jahresergebnisse an die Zentrale berichten – und die Händler haben ein dringendes Interesse, „gebundenes Kapital“ noch vor dem Wintereinbruch vom Hof zu kriegen.

Branchenkenner Burkhard Ernst, gleichzeitig Chef von Österreichs größtem Mazda-Händler, Mazda Rainer: „Verkaufsaktionen zu Jahresende sind in den letzten zwei Jahren gewaltig gestiegen, diese Aktionitis gab es früher nicht. Begonnen hat alles im letzten Quartal 2008. Als die Bankenkrise über uns hereingebrochen ist, haben alle versucht, Aktionen zu starten, um sich vom Mitbewerber abzuheben.“ Insbesondere vor dem Jahresende wollen alle Hersteller, aber letztendlich auch alle Händler ihre Lager räumen, um nach Tunlichkeit mit leeren Schauräumen und leeren Lagern ins neue Jahr zu starten.

Bei Aktionsmodellen, die bis zu 26 Prozent unterm regulären oder vergleichbaren Listenpreis liegen, fällt es in der Tat schwer, nicht zuzugreifen. FORMAT hat bei Österreichs Importeuren angeklopft und aus mehr als 100 laufenden Aktionen die attraktivsten 19 Angebote herausgefiltert. Das Besondere an den angeführten Modellen: Man bekommt sie bei jedem Vertragshändler – solange der Vorrat oder der Aktionszeitraum reicht.

Kleine Autos zu kleinen Preisen

Rabatte vom Hersteller sind eine gute Alternative für Leute, die dem eigenen Verhandlungsgeschick nicht recht trauen. Den Vogel schießt momentan Fiat ab mit seinem neuen Aktionsmodell Pandaplus. Der Kleinwagen mit 1,2-l-Eco-Motor, 69 PS und Klimaanlage ist derzeit um 7.990 Euro zu haben. Verglichen mit dem normalen Listenpreis und unter Einrechnung der enthaltenen Ausstattung müsste das Modell 10.740 Euro kosten – ein Preisvorteil von 26 Prozent.

Schweres Geschütz fährt man auch bei Renault an der Preisfront auf: Der Polo-Rivale Clio ist derzeit bei jedem Renault-Händler ab 8.990 Euro erhältlich – ein echtes Schnäppchen, das 3.000 Euro unter dem günstigsten VW Polo liegt. 13 Modelle hält Renault bis 30. November zum Vorweihnachtspreis parat. Die Ersparnis gegen über dem Normalpreis liegt je nach Modell zwischen 6 und 23 Prozent. Und: In der heiß umkämpften Golf-Klasse wirft Renault mit einem Mégane-Modell um 13.990 Euro (23 Prozent unterm Normalpreis) Volkswagen nochmals den Fehdehandschuh hin.

Doch selbst Nobelmarken wie Mercedes, BMW und Audi steigen inzwischen mit Aktionsmodellen in den Ring. Ob „Mein erster Stern“ oder „start-up“ – auch die Premiummarken wissen: Man muss der Kundschaft von morgen schon heute finanziell entgegenkommen, wenn man sie als künftige Stammkunden haben will.

FORMAT-Tipp: Automarken ohne Aktionsmodelle gibt es momentan fast nicht. Ein paar Hundert (Skoda) oder ein paar Tausend Euro (Chrysler, Jeep, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Toyota, VW) sind bei bestimmten Modellen immer möglich.

Der Kniff bei vielen Aktionsmodellen: Hersteller und Händler „teilen“ sich – nach Vorbild der verblichenen „Ökoprämie“ – die Kosten für den offiziellen Preisnachlass. Die Kehrseite: Weil das Ganze auch aus der Händlerspanne bezahlt wird, ist der Versuch, auf Aktionsmodelle „mit Händlerbeteiligung“ auch noch Rabatt zu bekommen, für gewöhnlich von bescheidenem Erfolg gekrönt.

Bis zu 42% Rabatt bei jungen Gebrauchten

Als Alternative bietet sich die gezielte Suche nach Fahrzeugen mit Tageszulassung, nach Vorführwagen oder jungen Gebrauchten an. FORMAT hat als „Mystery-Shopper“ die Angebote bei Österreichs Autohändlern durchforstet und kam – zum Teil nach einigen Verhandlungen – mit „stolzer Beute“ zurück (siehe Slideshow ). Highlight ist ein Toyota iQ 1.0, Baujahr 2009, mit 16.822 km, der 42 Prozent unter dem Neupreis verkauft wird. Bei Mega Denzel in Erdberg ist der Verkaufsleiter ebenfalls sofort bereit, zu verhandeln. Nach einem zehnminütigen Gespräch kostete etwa ein zwei Jahre alter Jaguar XJ6 mit 16.000 Kilometern am Tacho statt 81.000 nur noch 50.000 Euro. Ein Grund für den aktuellen Preistiefstand bei den jungen Gebrauchten ist der Preisdruck, der gegenwärtig von fabriksneuen Aktionsmodellen ausgeht.

Eine andere Sache sind Fahrzeuge „mit Tageszulassung“ und oft 0 Kilometern. Tageszulassungen boomen und dürften heuer die 100.000er-Marke überschreiten. Branchenkenner Ernst: „Hersteller, die börsennotierte Unternehmen sind, wollen Verkaufszahlen darstellen, die immer Steigerungen aufweisen. Wenn sie das nicht real zustande bringen, machen sie das über Tageszulassungen. Der Händler bekommt vom Hersteller eine Prämie für die Zulassung. Für den Händler muss das kein schlechtes Geschäft sein.“ Tageszulassungen ermöglichen hohe Rabatte, ohne das Image oder den Listenpreis zu beschädigen. Ernst: „Man macht aus dem Neuwagen durch die Anmeldung einen Gebrauchtwagen, der dann um ,irgendeinen Preis‘ verkauft wird.“

Fazit: Wer gegenwärtig einen Neuwagen zum „Normalpreis“ kauft, ist nicht ganz normal. Bei Gebrauchten gilt die Devise: unbedingt verhandeln.

SLIDESHOW: Junge Gebrauchte zu Topkonditionen
SLIDESHOW: Neuwagen mit kräftigen Herstellerrabatten

– Carolina Burger, Rainer Grünwald

VW-Markenvorstand Herbert Diess stellt die Organisation des Herstellers neu auf die Beine.

Wirtschaft

Kulturwandel: VW krempelt die Fahrzeugentwicklung um

Auto & Motor

Umfrage zu VW: Das Vertrauen ist massiv erschüttert

Slideshow
MercedesAMG

Auto & Motor

Die Schönheiten auf der Wiener Automesse