Spielerisch zum Finanzversteher

Spielerisch zum Finanzversteher

Three Coins ist ein Sozialunternehmen, das den Österreichern beibringt, wie man mit Geld richtig umgeht. Denn etwa die Hälfte des Konsums wird auf Pump finanziert und rund ein Viertel der unter 30-Jährigen sucht Hilfe bei Schuldnerberatungen

Es ist ja leider so: Um das Finanzwissen der Österreicher ist es gar nicht so rosig bestellt. Und was den Umgang mit Geld betrifft, so gilt dasselbe. Das wirkt sich aus: Die Hälfte aller Konsumausgaben, also alles was nicht zu unseren Grundausgaben gehört, wird per Kredit finanziert. Jede vierte Person, die bei einer Schuldnerberatung landet, ist jünger als 30 Jahre und hat einen durchschnittlichen Schuldenberg von 30.000 Euro. Obendrein werden die Schuldner immer jünger. Dies zu ändern, hat sich ein Wiener Sozialunternehmen zum Geschäftsmodell gemacht: Three Coins. Es möchte die Finanzkompetenz der Österreicher erhöhen und vor allem die Jungen zum behutsamen Umgang mit Geld bewegen.

Goran Maric, CEO von Three Coins: „Es ist eigentlich grotesk. Österreich ist rein ökonomisch gesehen ein reiches Land. Der durchschnittliche Nettoverdienst liegt bei rund 2.200 Euro. Und das ist wirklich nicht wenig, auch im europäischen Vergleich. Und trotzdem ist es so, dass jeder zweite Österreicher Konsumschulden hat. Am Ende des Monats sind wir also im Minus.“ Ihm geht es nicht darum, den Kredit per se zu verteufeln. „Aber viele haben den Umgang mit Geld gar nicht gelernt oder wieder verlernt. Viele achten gar nicht auf ihre Ausgaben. Und das ist, finde ich, ein Riesenproblem“, sagt Maric. Warum die Verschuldung gerade jetzt so um sich greift, sieht Maric darin, dass Konsumenten alles gleich haben wollen, anstatt gezielt auf etwas hinzusparen. Zudem seien die Kreditzinssätze günstig und auch der Zugang zu Kreditfinanzierungen werde immer leichter. „Digitale Zahlungs- und Finanzierungsmethoden erleichtern unser Leben, bergen aber gleichzeitig die Gefahr leichtfälliger Finanzausgaben und unüberlegter Verschuldung. Umso wichtiger ist es, Finanzkompetenz zu kultivieren um informierte und gute Entscheidungen treffen zu können. Genau hier setzen wir an“, sagt Maric.

Doch wie will Three Coins gegen die Wucht der verlockenden Kredit-Angebote und den Gruppendruck in Bezug auf Marken (Kleidung, Uhren, Autos) ankämpfen? „Es geht uns darum, ein Verständnis zu erreichen, wie das Ausgabeverhalten strukturiert ist und welche Muster hier adaptiert sind. Diese müssen wir aufbrechen. Wenn ich mir zusätzlich im Klaren bin, wie viel Geld mir zur Verfügung steht und wie ich das exakt berechnen kann, etwa mit einer einfachen App, dann kann ich besser entscheiden“, sagt Maric.

Die Zielgruppe hat Three Coins auf die 12- bis 35-Jährigen festgelegt. In erster Linie fallen hier Schüler und Lehrlinge darunter. Gerade bei Lehrlingen ist es so, dass jeder zweite Lehrling im ersten Lehrjahr schon Mahnungen hat. Und im zweiten und dritten Lehrjahr kommt das Inkassobüro schon zu mindestens einem Viertel der Lehrlinge. Daneben werden auch Eltern mit Videos, Unterlagen und Materialien versorgt, damit sie mit ihren Kindern altersgerecht über Finanzen sprechen können. Um das zu finanzieren geht Three Coins auch Kooperationen mit Unternehmen ein, darunter auch Banken wie die ING. Dafür erntet er auch Kritik, denn immerhin sind Banken und Unternehmen daran interessiert, mehr Geschäft und nicht weniger zu machen. Diesen Spagat erklärt der 26-Jährige so: „Ich gehe immer davon aus, dass Menschen, die miteinander kooperieren, viel mehr bewegen können, als Einzelkämpfer. Jedenfalls mehr, als wenn ich mein eigenes Süppchen koche und ein Bad-Campaigning gegen Banken durchführe. In den Augen vieler Menschen nimmt die eigene Bank die Rolle eines Begleiters im Leben ein. Dadurch tragen Banken in vielerlei Hinsicht Verantwortung für ihre Kunden und dieser Verantwortung sollten sie gerecht werden.“
Maric führt dazu noch weiter aus: „Ich bin daher froh, mit Banken, die ihre Rolle als Verantwortungsträger verstehen und aktiv werden wollen, im Rahmen von spezifischen Maßnahmen oder CSR-Aktivitäten (Corporate Social Responsibility) am Thema Finanzkompetenz, und der nachhaltigen Vermittlung von dieser, zusammenarbeiten zu können." Mit der ING wurden zwei Projekte entwickelt und umgesetzt: Zum einen die bundesweite Jugendarbeit, zum anderen YouTube-Videos für Eltern.

Der Geschäftsführer von Three Coins definiert das, was er tut, als Vermittlung von Finanzkompetenz. Diese müsste vor allem an den Schulen fix integriert werden. Doch von öffentlicher Hand geschehe leider zu wenig. „Es wäre wichtig ein eigenes Schulfach Finanzbildung zu etablieren. Und zwar wirklich. Nicht so wie Geographie und Wirtschaftskunde, sondern ein eigenes Fach. In dem ich lerne was Fixkosten sind, wie ich mir ein Leben leisten kann und was es heißt, ein Gehalt zu bekommen und damit auszukommen“, sagt Maric.

Three Coins

Three Coins wurde 2011 in Wien gegründet. Die Sozialinitiative reichte damals ihr Projekt für den Award „Ideen gegen Armut“ ein und gewann. Goran Maric ist seit Jänner 2018 in der Geschäftsführung. Im Kernteam sind derzeit vier Mitarbeiter, zwei weitere sollen im letzten Quartal 2018 hinzukommen. Zuerst zielte Three Coins auf die Zielgruppe der 12- bis 18-Jährigen mit einer App (Cure-Runners). Diese App ist ein Jump-And-Run-Game, bei dem Finanzkompetenz- und Wissens-Elemente eingebaut wurden. 30.000 Schüler luden sich gleich im ersten Monat dieses Spiel aufs Smartphone. In weiterer Folge wurden persönliche Gespräche mit den Spielern durchgeführt. Die Idee dahinter: Die Elemente des Spiels sollten gefestigt werden. „Dabei haben wir aber erkannt, dass der Bedarf viel höher liegt und haben die Zielgruppe und Formate erweitert – und zwar auf die 12- bis 35-Jährigen. Wir sehen uns jetzt als Entwicklungsschmiede für innovative Formate für Finanzkompetenz. So entwickeln wir gerade eine Smartphone-App, die sich Money-Bubble nennen wird, mit der die Finanzen besser in den Griff zu bekommen sind.“, sagt Maric.

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