Russland unter Druck - Slowakei feierte Hamsik

Russland droht bei der Fußball-EM nach dem 1:2 gegen die Slowakei das frühe Aus. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen stehen die wegen Ausschreitungen ihrer Fans nur noch auf Bewährung spielenden Russen vor dem abschließenden Spiel gegen Wales am Montag auch sportlich mit dem Rücken zur Wand. Die Slowaken zogen indes mit drei Punkten am WM-Gastgeber von 2018 vorbei.

Gelungener Nachmittag: Ein Tor geschossen, eins vorbereitet

Gelungener Nachmittag: Ein Tor geschossen, eins vorbereitet

"Wir haben individuelle Fehler vor der Pause gemacht, die zu Toren geführt haben. Wir haben ihnen einfach zu viel Platz gelassen", schimpfte Russlands Coach Leonid Sluzki nach der Niederlage gegen die von Marek Hamsik angeführte Slowakei.

Der Napoli-Spieler hatte das sehenswerte 2:0 (45.) selbst geschossen und die Führung durch Vladimir Weiss (32.) mit einem schönen Pass vorbereitet. "Er war überragend", schwärmte der slowakische Coach Jan Kozak und empfahl seinem besten Mann gleich mal einen Vereinswechsel: "Ich denke, Napoli ist zu klein für ihn geworden. Er hat sich als Mensch und Fußballer unheimlich weiter entwickelt, spielt schon seit einiger Zeit extrem stark. Er ist ein Leader."

Der angesprochene Hamsik wurde in der Heimat mit Jubel-Schlagzeilen gefeiert. "Im Duell gegen Russland hat Marek Hamsik gezeigt, dass er wirklich ein Weltklassespieler ist", schrieb die Tageszeitung "Dennik N". Und das Blatt "Sport" stellte fest: "Er hat seine Extraklasse und Genialität gezeigt."

Der 28-Jährige Offensivspieler blieb bescheiden. "Ich glaube, ich habe es ganz gut gemacht. Ich hoffe, dass das der Türöffner zum Achtelfinale war", meinte der Matchwinner der am Montag noch auf England treffenden Slowaken.

Russland steht hingegen unter Zugzwang. "Die Situation ist jetzt sehr komplex. Jedes Team hat noch Chancen, weiter zukommen. Das geht bis zum Ende so weiter", befand Sluzki trotzig. Immerhin war es diesmal bis auf einen gezündeten Bengalo nach dem zu späten Anschlusstor Russlands Denis Gluschakow (80.) auf den Rängen ruhig geblieben. Die russischen Fans, die noch am Samstag beim 1:1 im ersten EM-Spiel gegen England in Marseille gewütet hatten, benahmen sich diesmal auch bei den entscheidenden Gegentoren.

Das Abrennen von Feuerwerk gehört nicht zu den Vergehen, die zu einem EM-Ausschluss führen würden. Diesen hat die UEFA Russland wegen der Vorkommnisse von Marseille im Wiederholungsfall angedroht. "Das hatte überhaupt keinen Einfluss auf unser Spiel", meinte Sluzki. Die sah Russlands Sportminister Witali Mutko freilich anders. Dies habe eine Rolle gespielt und Einfluss auf die Mannschaft gehabt, monierte er.

Auch in der Stadt Lille blieb es diesmal weitgehend friedlich. Die Polizei nahm zehn Menschen in Gewahrsam. Der Präfekt des Departements Nord, Michel Lalande, sprach von einer "extrem beruhigenden Bilanz". Sieben Personen wurden seit Dienstag wegen Gewalt festgenommen, drei weitere wegen Trunkenheit. Drei Russen und einem Ukrainer droht die Ausweisung aus Frankreich. Größere Ausschreitungen gab es demnach vor dem Spiel aber nicht.

Das Spiel fand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. Unter anderem auch, weil am (heutigen) Donnerstag in Lens, nur rund 30 Kilometer südlich von Lille, England gegen Wales spielt.

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