Die gläserne Bank

Die gläserne Bank

Der neue Chef der ING in Österreich, Barbaros Uygun, setzt auf Schnelligkeit, Transparenz und Einfachheit der Produkte. Mit flachen Hierarchien in der Bank will er nicht nur wendiger, sondern auch näher beim Kunden sein

Barbaros Uygun ist seit vier Monaten CEO der ING in Österreich. Eingelebt hat er sich bereits. „Es ist sehr schön hier. Und ich fühle mich wohl. Aber die Süßspeisen sind zu gut, vor allem die Imperial-Torte“, sagt er. Die verführerischen Kalorien baut er durch Sport wieder ab. Wenn es die Zeit erlaubt. Denn zuvorderst trimmt er seine Bank auf Fitness. Sein Institut ist zwar schlank. Und auch die Ergebnisse passen: Im Vorjahr erzielte die ING ein Rekordergebnis. Nun sieht der neue Boss in die Zukunft. Im Rahmen der Finanzmarktgespräche beim Europäischen Forum Alpbach erklärte er, wie er seine Bank positioniert, um gegen den generellen Abwärtstrend von Finanzinstituten und das laufend wachsende Angebot durch FinTechs und Technologieriesen wie etwa Amazon, Apple und Google zu bestehen.

„Der Trend geht eindeutig dahin, stärker auf den Bedarf der Kunden einzugehen. Das ist nicht so einfach wie es sich anhört. Denn der Bedarf ändert sich durch die Digitalisierung in der Zeit, in der wir miteinander sprechen. Für uns sind daher folgende Punkte entscheidend: Schnelligkeit, Einfachheit und Transparenz.“ Letzteres bereitet dem Banker Ärger. Denn einige Anbieter von Finanzdienstleistungen werben mit verlockenden Zinsen und Konditionen. Am Ende des Tages stellt sich aber heraus, dass versteckte Kosten enthalten sind, die zuvor nicht ersichtlich waren. Um als Digitalbankbank, mit nur einer Filiale in Wien, das Vertrauen der Kunden zu behalten und neue Kunden zu gewinnen, setzt ING-Boss Uygun voll auf Transparenz. „Es ist ein absolutes Muss, dass die Transparenz bei allen Produkten und Services erhöht wird. Wir sind dem nachgekommen. Bei uns sehen Sie bei allen Produkten die kompletten Kosten. Es ist nicht der Punkt, mehr oder weniger Geld zu machen, es geht um eine saubere transparente Abbildung dessen was wir versprechen und was wir halten. Das ist für uns wertvoller als jeder Profit. Davon weichen wir keinen Millimeter ab“, sagt Uygun.

Barbaros Uygun, der neue CEO der ING

Nicht nur nach außen hat sich die ING Veränderungen verschrieben. Im Jahr 2015 begann die ING-Gruppe (mit Sitz in Holland, 54.000 Mitarbeitern und in mehr als 40 Ländern vertreten) einen neuen Weg zu etablieren: als agile Bank. Was das ist, beantwortet die Bank so: Durch multidisziplinäre Teams, verkürzte Entwicklungszyklen und ein attraktives Arbeitsumfeld will die Bank schneller auf die Bedürfnisse er Kunden und die Entwicklungen am Markt reagieren. Das erklärte Ziel: Um auch in Zukunft weiterhin einen Schritt voraus sein zu können. „Diesen Herausforderungen durch eine sich ständig ändernde Welt, sind wir damit nachgekommen, dass wir uns als agile Bank aufgestellt haben. Dafür haben wir den Denkansatz in der gesamten ING-Gruppe geändert und schon in einigen Ländern die agile Arbeitsweise eingeführt“, sagt Uygun. Die österreichische Niederlassung hat im März dieses Jahr, als erste heimische Bank, auf das agile System umgestellt. „Es ermöglicht allen Teams innerhalb der Bank an den Entscheidungsprozessen mitzuwirken, und es erhöht die Schnelligkeit von Lösungen. Wir können in nur zwei Wochen die Zukunft neuer Produkte bestimmen“, sagt Uygun. Dabei zielen hierarchisch flach organisierten Strukturen vor allem auf eines. Die Mitarbeiter sollen sich gedanklich freier bewegen und direkt mitreden können. Barbaros Uygun: „Wie wir denken und agieren innerhalb der Bank, das erhöht das unternehmerische Denken der Mitarbeiter. In unserer Kultur der ING ist es okay, etwas zu probieren und es ist okay damit zu scheitern. Es ist aber nicht okay, es nicht zu versuchen. Die Voraussetzung ist aber, dass man daraus Lernprozesse zieht, dann ist alles möglich.“

Die aufstrebenden FinTechs sieht Uygun nicht unbedingt nur als Gefahr, sondern auch als Chance. „Unsere Plattformen stehen allen Playern weltweit offen. Um auch deren Services anbieten zu können. Aber nur wenn wir sehen, dass das Angebot zu uns passt und wenn wir sehen, dass die Services von Nutzen für unsere Kunden sind“, sagt Uygun.

Die ING setzt nicht nur auf Privatkunden, sie wächst vor allem auch bei Firmenkunden. Für diesen Bereich hat die Bank auch ein breites Angebot. „Wir sind die führende Bank im Bereich der Nachhaltigkeit von Finanzprodukten. Und dieses Know-how stellen wir unseren Kunden zur Verfügung. Und wir bieten zudem ein Netzwerk mit mehr als 40 Ländern an – nicht nur in Europa, sondern auch in Asien und den Vereinigten Staaten. Das ist interessant für österreichische Unternehmen, die bereits international agieren oder ins Ausland expandieren wollen“, sagt Uygun.

Um das Netzwerk zu stärken und neue Ideen zu finden, hat sich die ING auch beim Forum Alpbach engagiert. Die Bank ist Sponsor und Partner des Forums, das heuer vom 15. bis 31. August stattfand. Den Abschluss dazu machten die Finanzmarktgespräche. Uygun: „Das Forum Alpbach bringt Stakeholder aus unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Und es sind sehr viele Studierende hier, die eine Menge an Dynamik und neuen Ideen hereinbringen. Dieser Mix macht dieses Event so interessant und speziell.“

ING - Bank. Aber besser.

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