Zum in die Luft gehen

Preissturz, Spritkosten und Konkurrenz im Osten bringen die AUA ins Trudeln. Der Ruf nach einer nationalen Hilfsaktion ertönt.

Der Betriebsratschef des Bodenpersonals, Alfred Junghans, beweist Galgenhumor: „Netzwerk-Carrier wie wir sind leider Non-Profit-Organisationen.“ Zum Lachen ist in der Austrian Group aber niemandem so recht zumute. Nach einem miesen ersten Quartal ist schon jetzt ein Verlust am Jahresende unvermeidlich. Die Analysten der Erste Bank erwarten ein negatives Betriebsergebnis 2005 von 24,5 Millionen Euro. An der Börse verlor die AUA in den letzten zwölf Monaten genau die Hälfte ihres Werts – während alle anderen ATX-Titel zulegten, größtenteils kräftig.
Die Maschine wieder hochzureißen ist kurzfristig kaum möglich. Schon eine Stabilisierung des Tiefflugs wird nicht leicht sein. Die Flugpreise sinken weiter. AUA-Chef Vagn Sørensen rechnet heuer wieder mit einem um drei Prozent niedrigeren Niveau. Auf den europäischen Mittelstrecken fällt der Preisverfall noch deutlich krasser aus. 2004 konnte die AUA ihre Einheitskosten um sechs Prozent senken – aber die Durchschnittserlöse krachten um sieben Prozent runter.

Am Wiener Flughafen verringerte sich der Austrian-Marktanteil allein im ersten Quartal 2005 von 57,8 auf 54,5 Prozent – verloren an die Billigflieger. Der hohe Kerosinpreis von 500 Dollar pro Tonne lässt die Kosten auf 40 Millionen Euro über Budget explodieren. Die auf fünf Prozent halbierte Wachstumsaussicht durchkreuzt die angepeilte Produktivitätssteigerung beim Personal. Eine bedrohliche Situation: Nicht nur im Aufsichtsrat werden wieder Zweifel laut, ob die AUA auf Dauer als National Carrier überleben kann.

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