Zum Abschuss freigegeben

Die Krise der Kärntner Hypo Alpe-Adria spitzt sich dramatisch zu: Drei Vorstände müssen laut FORMAT exklusiv vorliegenden FMA-Papieren gehen. Konsequenzen: Abschied vom Börsengang und massiver Jobabbau.

Wolfgang Kulterer steht ein arbeitsreiches Pfingstwochenende bevor. Denn für den 52-jährigen Boss der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG (HAA) steht derzeit die Karriere auf dem Spiel: Zusammen mit der renommierten Wiener Rechtsanwaltskanzlei Laurer & Arlamovsky arbeitet Kulterer an einer Verteidigungsstrategie, die ihn vor einer Amtsenthebung retten soll. Das von der Finanzmarktaufsicht (FMA) gestellte Ultimatum für eine Stellungnahme im so genannten Geschäftsleiterqualifikationsverfahren läuft am Pfingstdienstag ab, und der Druck auf Kulterer erhöht sich stündlich. Kulterer, gegen den auch die Staatsanwaltschaft ermittelt: „Wir haben den Prüfbericht der Nationalbank am Mittwoch bekommen. Unsere Stellungnahme wird fristgerecht bei der FMA sein.“

Eine behördlich angeordnete Amtsenthebung wäre nicht nur für Kulterer, sondern auch für die Bank und ihre Hauptaktionäre – das Land Kärnten (49,4 Prozent) und die Grazer Wechselseitige Versicherung (45,6) – katastrophal:

• Der Kulterer-Nachfolger müsste sich erst einarbeiten und die bislang auf den omnipräsenten Oberboss zugeschnittenen Strukturen umorganisieren. Außerdem müsste das Vertrauen von Partnerbanken, Geschäftspartnern und Investoren wieder hergestellt werden. Die Konsequenz: Ein Börsengang bis zum Jahr 2008 gilt als höchst unwahrscheinlich.

• Dem Kärntner Zukunftsfonds würde das Geld für die Finanzierung von Prestigeprojekten fehlen. Immerhin sollte der Fonds aus dem Börsenerlös gespeist werden. Landesvater Jörg Haider erwartet eine außerordentliche Budgetbelastung von 550 Millionen Euro für die nächsten Jahre.

• Außerdem müsste bei einem Kulterer-Abgang auch die für den Sommer geplante Kapitalerhöhung abgeblasen werden. Denn ohne funktionierendes Management dürfte selbst der mit dem Aktienverkauf betrauten Investmentbank HSBC und den von ihr organisierten Hedgefonds-Investoren die Bereitschaft fehlen, insgesamt 250 Millionen Euro in die Bank zu buttern.

Das beschriebene Crashszenario ist durchaus realistisch. Das belegen
FORMAT exklusiv vorliegende FMA-Prüfpapiere. So heißt es in einer dreiseitigen FMA-Stellungnahme zum Geschäftsleiterqualifikationsverfahren vom 19. Mai 2006: „Nach Ansicht der FMA bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit folgender Geschäftsleiter der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG: Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger und Thomas Klaus Morgl.“

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