Zinsen: Sparen hat Charme

Das Sparbuch dient mit hohen Zinsen als sicherer Hafen in der unsicheren Phase an den Finanzmärkten. Ausgewählte Anleihen und Fonds versprechen Extra-Renditen.

Jean-Claude Trichet glänzt durch Zuverlässigkeit. Denn immer, wenn der Präsident der Europäischen Zentralbank seine Sorgen um die Inflation innerhalb der Europäischen Union kundtut, stimmt er die Öffentlichkeit auf eine Erhöhung der europäischen Leitzinsen ein. Das war zumindest bei jedem der acht Zinsschritte, die die EZB seit Dezember 2005 gesetzt hat, ein durchgängiges Muster. Nach den jüngsten Aussagen Trichets gilt es damit als so gut wie sicher, dass die EZB die Zinsen bereits im September oder Oktober von derzeit vier auf 4,25 Prozent anheben wird.

„Jean-Claude Trichet hat erst kürzlich klar betont, dass die Leitzinsen weiter steigen werden. Ich halte eine Verschiebung wegen der US-Immobilienkrise um einen Monat aber für möglich“, erklärt Michael Rottmann, Leiter der Zins- und Währungsanalyse der UniCredit. Damit ist der Reigen der Zinserhöhungen wahrscheinlich aber noch nicht zu Ende. Tim Geissler, Chef für Anleihen bei der Raiffeisenlandesbank Wien-Niederösterreich: „Derzeit ist aber noch vollkommen unklar, wie viel Geld Banken, Versicherungen oder Fonds durch die Immobilienkrise in den USA tatsächlich verloren haben. Das Damoklesschwert wird daher noch einige Wochen über den Köpfen der Investoren schweben. Ein zweiter Zinsschritt auf 4,5 Prozent wird aber zumindest im ersten Quartal des nächsten Jahres folgen.“ Die erwarteten Zinserhöhungen halten bereits jetzt die Anleihenmärkte in Atem. Darüber hinaus haben Anleger auch die starken Bewegungen an der Börsenfront zu verdauen. So haben etwa die 20 wichtigsten Austro-Stocks, die im ATX-Index vertreten sind, innerhalb der letzten vier Wochen im Schnitt um 10,2 Prozent nachgegeben. Der deutsche Leitindex DAX verlor im selben Zeitraum 7,8 Prozent, und der S&P-500-Index an der Wall Street von New York gab um 3,7 Prozent nach.

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