Zehn Sieger des Jahres 2003

Die FORMAT-Businessbilanz 2003: Zehn Manager und Unternehmer, die heuer Besonderes geleistet haben, sind die Sieger des Jahres.

Österreichische Medienmanager machen auf dem internationalen Parkett, vor allem in Deutschland, schon lange gute Figur. Eine Karriere wie jene des früheren ORF-Chefs Gerhard Zeiler hat aber noch keiner hingelegt. Anfang März 2003 wurde der 48-jährige Wiener zum Boss der RTL Group bestellt. „Der mächtigste TV-Manager Europas“ wurde seither eine Art Beiname für Zeiler – eine abgedroschene Charakterisierung, aber sie stimmt.

In seiner Doppelfunktion an der Spitze der RTL Group und von RTL Deutschland dirigiert Gerhard Zeiler ein Fernsehimperium, das heuer deutlich über 4,5 Milliarden Euro umsetzt. Der Konzern ist in acht Ländern mit TV-Sendern, in sechs Ländern mit Radio vertreten. Zeiler ist ständig auf Achse: „Ich bin schon wie die Japaner: ‚See Europe in three days‘ erlebe ich jede Woche.“

Gerhard Zeiler ist ein Kandidat für noch höhere Weihen im Bertelsmann-Konzern. Der Einsatz macht sich bezahlt. „Die Bilanz der ersten neun Monate ist nicht schlecht“, stellt Zeiler fest. „Vor allem in einem Jahr, das nicht gerade von großartigen Werbeeinnahmen geprägt war.“ In Deutschland beklagt die Branche zum Teil zweistellige Rückgänge der Werbeerlöse. Die RTL Group konnte bis Ende Juni 2003 den Nettogewinn trotzdem um 47 Prozent auf 25 Millionen Euro erhöhen, ein Trend, der sich auch im zweiten Halbjahr fortsetzte. 2001 wies das Unternehmen wegen horrender Wertberichtigungen noch 2,5 Milliarden Verlust aus (2002: minus 56 Millionen).

Die Gewinne steigen. Und auch die Karriere des österreichischen Fernsehprofis Zeiler muss noch nicht ihren Gipfel erreicht haben. Der eher leise und zurückhaltende, aber durchsetzungsstarke Topmanager wird immer öfter als Kandidat für die künftige Nummer eins beim Medienriesen Bertelsmann genannt, zu dem die RTL Group gehört.

Starke Leistungen der Siegertypen. Allzu oft waren Österreichs Wirtschaftskapitäne im Jahr 2003 nicht in Feierstimmung. Das schwache Wachstum drückte vielerorts auf Umsätze und Laune. Doch obwohl ökonomische Highlights spärlich gesät waren, beeindruckten einige Siegertypen mit herausragenden Leistungen: mit tollen Aufstiegen, dem Aufbau neuer Unternehmen, der Sanierung hoffnungsloser Fälle oder dem höchst einträglichen Verkauf der eigenen Firmen.

Eine Karriere eines Österreichers, die neben jener von Gerhard Zeiler weltweite Beachtung fand, war die Bestellung von Herbert Demel zum Boss des maroden Autoherstellers Fiat. Auto-Guru Demel, früher im VW-Konzern, quittierte nach nicht einmal einem Jahr seinen Spitzenjob bei Magna Steyr und wechselte Mitte November nach Turin. Seine Aufgabe dort: nicht mehr und nicht weniger, als den einst stolzen Autokonzern vor dem Untergang zu retten.

Die heimische Chefin des Elektronikunternehmens Infineon, Monika Kircher-Kohl, hat zwar noch den gleichen Job, wurde aber trotzdem in ungeahnte Höhen gehievt. Der Multi Infineon konzentrierte eines seiner wichtigsten Felder, die Produktion von Chips für die Autoindustrie, in Kärnten: eine immense Aufwertung des High-Tech-Standorts in Villach.

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