Yves Carcelle: ,,Ich bin kein Machtmensch‘‘

Louis-Vuitton-Chef Yves Carcelle über den Boom der Luxus-Labels, modische Fauxpas, Hündchen im Designer-Outfit und seine Liebe zu echten Klassikern.

Wer glaubt, Yves Carcelle residiere in einem hundert Quadratmeter großen Luxusbüro mit generös ausgestatteter Minibar und endloser Sitzgarnitur, liegt völlig falsch. Zugegeben: Carcelles Office in der Pariser rue du Pont Neuf ist nicht gerade Substandard, doch auf unnötigen Schnickschnack legt der 58-jährige Chef des französischen Luxuslabels Louis Vuitton keinen Wert. Nur auf den Blick über die Seine will Carcelle nicht verzichten. „Das müssen Sie sehen“, bittet er auf seinen Balkon über den Dächern von Paris, „ich habe einen traumhaften Ausblick.“
Und das nicht nur was sein Büro betrifft. Auch die Geschäfte entwickeln sich prächtig, wie Carcelle in einem seiner ganz seltenen Interviews bestätigt. Erstmals, seit er 1990 zum Chef der mehr als 150 Jahre alten französischen Prestigemarke Louis Vuitton ernannt wurde, empfing er mit FORMAT ein österreichisches Medium zum Gespräch.

FORMAT: Herr Carcelle, seit Sie an der Spitze eines der bestgehenden Luxuslabels der Welt stehen, also immerhin schon seit mehr als 15 Jahren, weigern Sie sich konsequent, österreichischen Medien Interviews zu geben. Was haben Sie gegen Österreich?
Carcelle: Nichts. Im Gegenteil. Ich fühle mich in Österreich sogar ausgesprochen wohl. Meine erste Auslandsreise ging dorthin. Damals war ich gerade einmal fünf Jahre alt. Ich weiß noch, wie meine Eltern mit mir fast ganz Österreich durchquerten. Seither haben sich Namen wie Innsbruck, Klagenfurt und Wien in meinem Gedächtnis eingeprägt. Übrigens war ich auch schon öfters in Österreich Ski fahren.
FORMAT: Warum also die Abfuhren?
Carcelle: Nach meinem Amtsantritt wollte ich einfach nicht, dass meine eigene Person zu sehr im Vordergrund steht, viel wichtiger schien mir eine Konzentration auf die Marke Louis Vuitton.
FORMAT: Als CEO von Louis Vuitton arbeiten Sie im weltgrößten Luxuskonzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), zu dem auch zahlreiche Modemarken wie Donna Karan, Kenzo, Marc Jacobs und Fendi gehören. Wie fühlt es sich an, so viel Macht zu besitzen?
Carcelle: Ich bin kein Machtmensch. Es gibt mir nichts, andere herumzudirigieren, weder beruflich noch privat. Ich gehe verantwortlich mit meiner Aufgabe um.
FORMAT: Könnten das Angestellte und Gemahlin bestätigen?
Carcelle: Davon gehe ich aus. Louis Vuitton ist in jedem Sinn für sein familiäres, entspanntes Klima bekannt.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen FORMAT

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