XXXLutz gegen Kika/Leiner: Möbelriesen im Vergleich

XXXLutz gegen Kika/Leiner: Die Stärken und Schwächen der Handelsriesen und mit welchen Waffen sie um Anteile am Möbelmarkt kämpfen.

Auf den ersten Blick haben sie viel gemeinsam: Als einst mittelständische Familienbetriebe sind XXXLutz und Kika/Leiner in Jahrzehnten zu Möbelgiganten gewachsen, die sich als Nr. 1 und Nr. 2 der Branche 56 Prozent des Marktes teilen. Eine international unerreichte Konzentration. Jetzt ziehen sie ins Ausland, um dort weiter zu wachsen.

Auf den zweiten Blick könnten XXXLutz (Wels) und Kika/Leiner (St. Pölten) unterschiedlicher nicht sein. Kika/ Leiner, mit 26 Prozent Anteil am 3,8 Milliarden Euro schweren Gesamtmarkt und knapp unter einer Milliarde Euro Jahresumsatz derzeit Nr. 2, hat mit der Filialisierung zuerst begonnen. Vorteil: Die Marke verankert sich auch ohne lautes Werbe-
getöse und vermittelt Glaubwürdigkeit und Stabilität. Kika/Leiner-Boss Herbert Koch kann so bei Leiner in der mittleren und gehobenen Bürgerschicht mit Tradition, Service und Qualität punkten. „Leiner hat viele treue Stammkunden“, sagt Leiner-Werberin Julia Peuckert (Agentur Jung von Matt/Donau). Bei Kika ist es die gesetzte Modernität. Nachteil: Der Gesamtmix wirkt im schrillen Handelsumfeld etwas bieder.

XXXLutz stieg als Zweiter in den Ring, überholte in einer frechen Aufholjagd Kika/Leiner und versprüht trotzdem weiter den Charme des Angreifers. „Wir haben XXXLutz als Hecht im Karpfenteich positioniert“, so Lutz-Werber Mariusz Jan Demner (Demner, Merlicek & Bergmann).
Vorteil: XXX-Lutz-Boss Thomas Saliger hat das Heft des Handelns in der Hand, womit die Firma dynamischer wächst und als innovativer gilt. Nachteil: Möbelhäuser müssen schnell und billig aus dem Boden gestampft werden, die Infrastruktur (Parkplatzmangel) hinkt hinter dem Expansionstempo her, mit der Personalpolitik eckt Saliger gelegentlich bei der Arbeiterkammer an, und auch im Ausland haben die XXXLutz-Leute nicht gerade Samthandschuhe an: In Deutschland mussten sie sich schon „frühkapitalistische Methoden“ vorwerfen lassen.

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