Wolfgang Schüssel im dritten Versuch Wahlsieger

Beim dritten Anlauf hat es ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel geschafft! Ausgestattet mit dem Kanzlerbonus führte er seine Volkspartei erstmals seit 1966 wieder auf Platz eins der Wählergunst. Für Schüssel ist es nach den für ihn enttäuschenden Wahlgängen 1995 bzw. 1999 eine späte Genugtuung. Nun aber geht es angesichts der Schwächung der anderen Parteien für ihn in erster Linie darum, einen Koalitionspartner zu finden.

Geboren wurde Schüssel am 7. Juni 1945 in Wien. Nach dem Jusstudium absolvierte er eine klassische Parteikarriere, die ihn über das Klub- und das Wirtschaftsbund-Generalsekretariat schließlich 1989 als Ressortchef ins Wirtschaftsministerium führte. Im April 1995 ging er als Kompromiss-Kandidat aus einem parteiinternen Gerangel als Nachfolger von Erhard Busek als Parteichef hervor. In der Folge übernahm er Vizekanzleramt und Außenministerium. Seit Februar 2000 ist Schüssel Bundeskanzler.

In der Öffentlichkeit galt der VP-Chef lange Zeit als eher unbeliebt. Öffentliche Auftritte in Mitten Wahlvolk erschienen ihm oft zuwider, die für einen Spitzenpolitiker wohl unerlässliche Volksnähe wurde ihm abgesprochen. Hinzu kam noch sein gespanntes Verhältnis zu Journalisten, das sich aus der "Richtige Sau"-Affäre entwickelte. Journalisten berichteten damals im Jahr 1997, dass der VP-Chef den deutschen Bundesbankpräsidenten Hans Tietmayer als "richtige Sau" bezeichnet und ausländische Politiker in deren Abwesenheit mit flegelhaften Ausdrücken bedacht habe. Schüssel bestritt dies konsequent und blieb so der Politik erhalten.

Gedemütigt von der SPÖ durch den Zusammenschluss von Bank Austria und Creditanstalt hinter dem Rücken des Koalitionspartners entfernte sich Schüssel und mit ihm seine Partei immer mehr von den Sozialdemokraten. Nach dem Platzen der Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ Anfang 2000 ging Schüssel das Wagnis ein, mit den international geächteten Freiheitlichen eine Koalition einzugehen. Ausgestattet mit der Kanzlerschaft wirkte der begeisterte Bergsteiger, Skifahrer und Cellospieler in der Öffentlichkeit gelöster, sein Verhältnis zu Medienvertretern blieb freilich gespannt.

Geschadet hat ihm das freilich in der Wahlkampagne nicht. Mit dem raschen Ausruf von Neuwahlen nach dem Chaos in der FPÖ punktete Schüssel sichtlich in der Bevölkerung. Auch der ganz auf den Kanzler zugeschnittene Wahlkampf hat gezogen. Mit Schüssels Betonung auf Stabilität hat er sichtlich den Nerv der Österreicher getroffen und sich einen Platz in der Ahnengalerie der Volkspartei gesichert.

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