Wirtschaftsgranden fordern Änderungen:
Novelle der Korruptionsgesetze verlangt

Die seit Jahresbeginn geltenden neuen Korruptionsparagrafen normieren schwere Strafen bei Bestechung und Geschenkannahme, wenn daraus pflichtwidriges Verhalten entsteht. Im Extremfall könnte sogar die Annahme von Gratis-VIP-Tickets zu Opern-, Theater- und Sportveranstaltungen mit Freiheitsstrafe geahndet werden. Das neue Gesetz wirkte sich bereits auf die Einladungspraxis bei der Fußball-Europameisterschaft aus: Amtsträger und Geschäftspartner wurden kurzfristig von der Gästeliste gestrichen. Prominente Manager fordern nun eine Reform des jungen Antikorruptionsgesetzes. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

"Das Gesetz widerspricht der österreichischen Gemütlichkeit", sagt der Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Ludwig Scharinger: "Das Justizministerium hat einen Fehler begangen, der korrigiert gehört." Auch Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad kritisiert gegenüber FORMAT die Auswirkungen auf den normalen Geschäftsverkehr und auf Bereiche wie Sponsoring. "Das Gesetz gehört novelliert", sagt Konrad, der den Aufsichtsrat der Raiffeisen Zentralbank, des Versicherungsriesen Uniqa oder der Beteiligungsgesellschaft Raiffeisenholding Niederösterreich-Wien präsidiert: "Wenn sich beim Gesetz nichts ändert, werden wir weniger sponsern."

Negative Auswirkungen auf Veranstaltungen
Hochrangige Manager schließen sich der Meinung von Christian Konrad an. "Wir werden unsere Sponsoringstrategie anpassen müssen, wenn der Gesetzgeber die Antikorruptionsregeln nicht bald ändert. Das könnte starke, negative Auswirkungen auf gute Veranstaltungen haben", sagt Telekom-Chef Boris Nemsic gegenüber FORMAT. "Weite Teile des kulturellen Lebens sind ohne Sponsoring nicht mehr vorstellbar und wären vor allem nicht mehr finanzierbar", ergänzt Konstantin Klien, Vorstandsvorsitzender der Uniqa Versicherung, der seit vielen Jahren die Salzburger Festspiele unterstützt: "Das man Sponsoren in die Nähe der Kriminalität rückt, weil sie Geschäftspartner zu Events einladen, kann nicht im Sinne der Sache sein."

"Wenn nach dem Gesetz jede Einladung kriminell verfolgt wird, wäre das ein schwerer Schlag für das Kultursponsoring", klagt Helga Rabl-Stadler. Rund neun Prozent des Budgets beziehungsweise 4,7 Millionen Euro holt sich die Präsidentin der Salzburger Festspiele von Sponsoren wie Nestle, Siemens oder Uniqa. "Da wird das zarte Pflänzchen Kultursponsoring erdrückt, bevor es aufgeblüht ist. Das wäre das Ende des Sponsorings."

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen FORMAT Nr. 27/2008!

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