Wirtschaftlich vernünftige, hohe Lohnabschlüsse

„Sinkende und stagnierende Realeinkommen bedeuten weniger Nachfrage.“

Noch selten erhielten die LohnverhandlerInnen so früh so zahlreiche Ratschläge von außen. Die hohe ­Inflation und ein drohendes Nachlassen des Wirtschaftswachstums stellen die heurigen Verhandlungen tatsächlich unter ganz ­besondere Vorzeichen. Es besteht jedoch überhaupt kein Grund, von den bewährten Kennzahlen wie Inflation, Wirtschaftswachstum, Produktivität und Branchenkennzahlen abzugehen.

Die österreichi­schen Gewerkschaf-ten haben in den vielen Jahren Kollektivvertragspolitik bewiesen, dass sie immer auch gesamtwirtschaftliche Eckdaten und Interessen mit berücksichtigen. Manche Ökonomen warnen angesichts der hohen Inflationsrate vor einem In-Gang-Setzen einer Lohn- und Preisspirale und fordern sogar Abschlüsse unter der Infla­tions-rate, wie zuletzt Nationalbank-Vizegouverneur Duchatczek. Das könnte jedoch eine noch viel gefährlichere Spirale nach unten in Gang setzen: Sinkende und stagnierende Realeinkommen bedeuten weniger Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, bedeuten weniger Umsatz, höhere Arbeits­losigkeit und wirtschaftliche Stagnation. Somit sind entsprechend hohe Lohn- und Gehaltsabschlüsse auch ein Gebot der gesamtwirtschaftlichen Vernunft. Es kommt überhaupt nicht infrage, dass Bevölkerungsgruppen, die am meisten unter der hohen Inflation leiden, durch Lohnzurückhaltung doppelt „bestraft“ werden sollen. Wir brauchen aber auch dringend Maßnahmen der Politik, eine massive Lohnsteuersenkung, damit der drohenden Abwärtsspirale wirksam begegnet werden kann.

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