„Wir schaffen einen Titanen“

Siemens-Boss Klaus Kleinfeld im FORMAT-Interview über das neue Joint Venture mit Nokia, Plagiate und Brigitte Ederer.

Der Mann ist wirklich „cool“. Siemens-Boss Klaus Kleinfeld, Herr über 472.000 Mitarbeiter, verbreitet auch in Interviews stets jugendlichen Charme. Vergangenen Mittwoch etwa, als er anlässlich des EU-USA-Gipfels nach Wien kam, um am Transatlantic Business Dialogue teilzunehmen. Als der 48-Jährige zum FORMAT-Interview im Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz nach einem geeigneten Ort sucht, reimt der bekennende HipHop-Fan flott vor sich hin: „Raum Nummer 103 – ist frei.“

Kleinfeld hat derzeit auch allen Grund zu ausgelassener Stimmung. Denn kurz vor seinem Wien-Besuch hat der Boss des deutschen Technologieriesen Siemens sein größtes Sorgenkind an den Mann gebracht: Die Telekommunikationssparte Com. Siemens und der finnische Telekomkonzern Nokia fusionieren ihr Netzwerkgeschäft in einem Joint Venture. Mit der neu gegründeten „Nokia Siemens Networks“ entsteht der weltweit drittgrößte Anbieter von Festnetz- und Mobilfunk-Infrastruktur, der mit 60.000 Beschäftigten 16 Milliarden Euro Umsatz schafft. „Wir haben eine historische Chance genutzt, zwei sehr gute Firmen mit hoher Reputation zusammenzubringen – Nokia und Siemens“, so Kleinfeld.

Der erst seit Jänner des Vorjahres an der Siemens-Spitze waltende Topmanager kappt damit zwar die Wurzeln des 1847 gegründeten Konzerns, ist aber seinem Ziel, Siemens zum hochrentablen Vorzeigekonzern umzubauen, einen Schritt näher. Die Com-Sparte war mit zuletzt 0,8 Prozent Rendite von Kleinfelds strenger Vorgabe – acht bis elf Prozent – meilenweit entfernt. Jetzt will sich Kleinfeld endgültig vom Kommunikationsgeschäft trennen. Er sucht auch für das Geschäft mit firmeninternen Netzwerken einen Partner: „Es gibt viele Interessenten. Es soll eine Firma entstehen, die den Marktführer Cisco herausfordert“.

FORMAT: Sie lagern das Kommunikationsgeschäft jetzt in ein Joint Venture mit Nokia aus. Warum dieser Schritt?
Kleinfeld: Wir schaffen damit einen neuen Titanen der Telekomindustrie: mit 16 Milliarden Euro Umsatz und 60.000 Mitarbeitern.
FORMAT: Schön und gut, aber damit trennt sich Siemens von seiner umsatzstärksten Sparte.
Kleinfeld: Hinter der Transaktion steckt industrielle Logik – mit zwei großen Wachstumsfeldern: der Konvergenz, wo Festnetz und Mobilfunk zusammenwachsen, und dem asiatischen Markt.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen FORMAT

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