„Wien ist unsere zweitwichtigste Destination“

Billigairlines boomen, doch nun beginnt der Kampf untereinander. Einer der Sieger im Luftkrieg ist auch Lauda-Partner Air Berlin. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold über Partner Lauda, die Konkurrenz und Erfolgsstrategien.

Format: Herr Hunold, wir kommen gerade mit Ihrer Airline aus Wien. Wie sind Sie mit dem Geschäft dort zufrieden?
Hunold: Ich bin mehr als zufrieden. Air Berlin ist in diesem Jahr schon die Nummer zwei am Wiener Flughafen.
Format: Nur noch hinter Austrian?
Hunold: Ja, gemeinsam mit NIKI, wo wir beteiligt sind, haben wir die Luft-hansa überholt: mit knapp 972.000 Passagieren bis Ende Oktober. Für Air Berlin ist Wien schon die zweitwichtigste Destination – nach Mallorca.
Format: Könnte Wien so wie Mallorca ein echtes Drehkreuz für Sie werden?
Hunold: Nicht ausgeschlossen. Gerade habe ich mit einem Reiseveranstalter über eine Kooperation nach Dubai gesprochen. So etwas wäre über Wien ideal, wenn wir aus ganz Deutschland die Leute zubringen. Air Berlin prüft auch den Ausbau des Verkehrs zwischen Österreich und Deutschland.
Format: Wird Air Berlin außer Wien Airports in Österreich anfliegen?
Hunold: Salzburg wäre denkbar.
Format: Europaweit wird die Konkurrenz immer härter.
Hunold: Wir müssen jeden Tag kämpfen, um uns auf dem Markt zu behaupten. Das ist nicht neu, aber der Wettbewerb wird brutaler.
Format: 60 Billigairlines werden in Europa kaum überleben …
Hunold: Wie viele überleben, ist schwer zu sagen. Sicher werden es am Ende weniger sein als jetzt.
Format: Die Marktführer Ryanair aus Irland und die britische Easyjet heizen den Preiskampf weiter an.
Hunold: Der spielt sich aber eher in England ab, weil sich die beiden dort jetzt gegenseitig Konkurrenz machen. Bisher gingen sie sich aus dem Weg.
Format: Die Easyjet startete mit Dumpingpreisen in Deutschland direkt gegen die Air Berlin.
Hunold: Sie versucht den Markt zu kaufen. Aber der Druck gegen die Subvention, die Easyjet und Ryanair von Flughäfen kriegen, wird stärker. Eine Klage gegen den Airport Berlin-Schönefeld haben wir in erster Instanz gewonnen. Außerdem ist der Preis nicht alles. Wir bieten auch Qualität, haben etwa auf der Wien-Strecke 40 Prozent Businesskunden. Ich glaube an den nachhaltigen Erfolg dieser Strategie, während Ryanair auf Randflughäfen kurzfristig einen künstlichen Markt schafft.
Format: Über den Absturz der Ryan-air spekulieren viele. Stattdessen hat sie wieder Rekordergebnisse präsentiert.
Hunold: Irgendwas kann nicht stimmen. Ich gehe davon aus, dass die börsennotierte Ryanair die richtigen Umsätze und Gewinne veröffentlicht. Dann müssten aber ihre durchschnittlichen Ticketpreise höher sein als zugegeben. Sonst geht die Rechnung nicht auf. So billig, wie sie es den Kunden einreden will, ist die Ryanair nicht.

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