Wie gut ist Wien?

Wirtschaftsthemen dominieren den Wiener Wahlkampf. Die Opposition wirft der SPÖ eine matte Performance vor. FORMAT hat den Standort einem Härtetest unterzogen.

Steht Wien gut da – oder schlecht? Wer sich in den letzten Tagen des Wiener Wahlkampfes anhand der Plakate der Parteien einen Überblick über die Lage verschaffen will, wird verwirrt. „Höchste Arbeitslosenzahlen, weil Rot regiert“ prangert die ÖVP an, „Neue Jobs“ kontert die regierende SPÖ schlicht. „Chefin in Wien“, fordert Maria Vassilakou, auf die „höchsten Gebühren in Österreich“ schimpft ÖVP-Konkurrent Hahn. Die Diskussion darüber, wie gut Wien wirklich ist, bestimmt das Match zwischen der großen SPÖ und den beiden Parteien, die um Platz zwei rittern: der ÖVP und den Grünen.

Wien steht zwar derzeit recht gut da – daran besteht auch bei der politischen Opposition kaum ein Zweifel. Wien ist nach EU-Daten die sechstreichste Region in Europa und liegt unter den wirt-
schaftsstärksten Städten an achter Stelle, noch vor Paris, Brüssel, Amsterdam, Genf und London. Das Leben genießen kann man nur in Genf und Zürich besser als hier, und das fDi-Magazin wählte Wien zur sichersten Stadt Europas. Auch im Bundesländer-Vergleich liegt Wien wirtschaftlich in vielen Bereichen vorne. Nur: Wiens Konkurrenz sind nicht Linz, Salzburg oder Graz, sondern vor allem die boomenden Hauptstädte der neuen EU-Länder, wie Prag, Budapest oder Warschau. Und die holen auf – zumindest, was ihre Attraktivität als Unternehmensstandort betrifft.

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