Wie viel Steuern verträgt Österreich?

profil und die Industriellenvereinigung luden letzten Montag ins Haus der Industrie zu einer heftig geführten Diskussion über das österreichische Steuersystem.

Konsens herrschte am Podium, dass der Faktor Arbeit entlastet werden muss, allerdings Uneinigkeit, wie dies passieren sollte.

„Wir müssen den Faktor Arbeit entlasten und so die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes verbessern. Gleichzeitig ist Österreich in anderen Bereichen eine Steueroase: Was in anderen Ländern selbstverständlich ist, nämlich dass Vermögenszuwachs besteuert wird, gilt in Österreich nicht, siehe Erbschaften.“ Dr. Christoph Matznetter (Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich und Abgeordneter zum Nationalrat, SPÖ)

„Österreich ist bereits ein Hochsteuerland. Unser Ziel muss daher sein, die Steuerbelastung zu senken statt neue Steuern einzuführen. Was wir brauchen, ist eine spürbare Steuerreform. Das Steuersystem muss leistungsgerechter werden und mehr Anreize schaffen.“ Peter Haubner (Generalsekretär des Wirtschaftsbundes und Abgeordneter zum Nationalrat, ÖVP)

„Wir sagen klar: Deutlich hinunter mit der Einkommensteuer und Arbeit spürbar entlasten. Vereinfachung des Steuersystems und Konsumbesteuerung differenziert neu aufsetzen. Das ist letztlich auch, was die OECD empfiehlt.“ Mag. Christoph Neumayer (IV-Generalsekretär)

„Es sollte zumindest einmal eine Komplettreform angedacht werden, auch wenn diese realpolitisch nicht umgesetzt wird, damit man eine Vision hat. Die Politik ist gefordert: Ein Steuersystem ist etwas, das nachhaltig, langfristig und stabil funktionieren muss.“ Univ.-Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber (Leiter des Forschungsbereichs Wirtschafts- und Finanzpolitik, Universität Krems)

„Ich höre es seit Jahren von allen Seiten: Der Faktor Arbeit muss entlastet werden. Jede Partei, auch die Regierungsparteien nehmen das für sich in Anspruch. Was ist so schwierig daran, uns Werktätigen dabei zu helfen, dass bei einem Bruttogehalt mehr netto übrig bleibt. Wer regiert das Land eigentlich?“ Michael Nikbakhsh, profil Ressortleiter Wirtschaft

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