Wie korrupt ist Olympia?

IOC-Mitglieder lassen sich laut einem BBC-Bericht bei der Wahl der Austragungsorte bestechen. Wer schmiert, macht ein Milliardengeschäft.

Das war sogar dem griechischen Entwicklungsminister Akis Tsochatsopoulos zu viel. Er rügte internationale Reiseveranstalter, die für einen Flug samt Übernachtung in einem Zwei-Sterne-Hotel in Athen während der am Freitag beginnenden Sommer-Olympiade bis zu 3.000 Euro verlangen. Noch immer geschmalzene tausend Euro pro Nacht in einem Durchschnittshotel sind normal. Und selbst Rucksacktouristen blechen in der griechischen Metropole mit 200 Euro für eine drittklassige Absteige etwa so viel wie in Wien für eine kleine Suite in einem Fünf-Sterne-Hotel.

Neben dem Tourismus boomt auch die griechische Bauwirtschaft. Der Zuschlag, den das 123 Mitglieder zählende IOC (International Olympic Committee) für eine Stadt oder eine Region als Austragungsort der Olympischen Spiele erteilt, ist deshalb Goldes wert. Kein Wunder, dass Bewerber schon jetzt mit allen Mitteln um die Gunst der IOC-Entscheidungsträger bei der Entscheidung für den Austragungsort der Sommerspiele 2012 kämpfen.

Seit der Winter-Olympiade in Salt Lake City ist klar: Der Sportsgeist bleibt dabei oft auf der Strecke. Zehn IOC-Mitglieder mussten 1999 ihre Posten räumen, weil sie sich ihre Stimmen abkaufen ließen.

Rechtzeitig zum Start der Sommerspiele in Athen geht dieser größte Skandal in der olympischen Geschichte nun in eine spektakuläre zweite Runde: Tage vor der Eröffnung der Spiele an der Ägäis ließ der britische TV-Sender BBC das bulgarische IOC-Mitglied Iwan Slawkow auffliegen. Gegenüber Reportern, die als Geschäftsleute getarnt waren, hatte Slawkow vor laufender, versteckter Kamera Verhandlungsbereitschaft über den Verkauf seiner Stimme für 2012 zugunsten von London signalisiert.

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PLUS: Leo Wallner, Präsident des Österreichischen Olympischen Comités,
über die aktuellen Bestechungsfälle im IOC und die Moral im Sport.
PLUS: Brisanter BBC-Report: Wie ein IOC-Mitglied seine Stimme verkauft.

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