Wie die angeschlagenen Musikkonzerne trotz CD-Krise überleben wollen.

Nach massiven Umsatzeinbrüchen ringt die Musikindustrie um Überlebensstrategien. Apples neuer Music Store greift die CD zusätzlich an, gibt den Plattenbossen aber neue Hoffnung.

Sie ist in den besten Jahren – und doch zieht sich Louise Veronica Ciccone nun aus dem Plattenbusiness zurück. Die clevere Geschäftsfrau und Selbstvermarkterin, besser bekannt als Madonna, hat von jeher die Zeichen der Zeit in der Musikwelt sehr schnell erkannt. Dass sie ihr Plattenlabel Maverick Records am
15. Juni für kolportierte zehn Millionen Dollar veräußerte, muntert die gesamte Musikindustrie nicht gerade auf. Vor drei Monaten hatte die Pop-Unternehmerin
für ihren Anteil an dem Joint Venture mit Warner Music noch das Sechsfache gefordert. Aber offenbar wollte Madonna um jeden Preis nur schnell raus.

Zu verdenken ist es ihr nicht, dass sie dem Geschäft mit CDs den Rücken kehrt, einer Branche, die seit fünf Jahren kaum noch Positives zu vermelden hat. Allein zwischen 2000 und 2003 sank der Gesamtumsatz des internationalen Musikmarktes um fünf Milliarden auf 32 Milliarden US-Dollar. Raubkopien und illegaler Download via Internettauschbörsen wie Napster und KaZaA haben die fünf großen Player Universal, Sony, BMG, Warner und EMI arg in Bedrängnis gebracht und den CD-Absatz abstürzen lassen.

In Österreich blasen EMI & Co zur Aktion scharf gegen Musikpiraten und drohen mit einer Klagsflut. „Die Branche hat zu lange tatenlos zugesehen“, gibt sich Universal-Österreich-Chef Hannes Eder selbstkritisch.

Eine weitere Attacke auf die ohnehin weidwunde Compact Disc unternahm diese Woche Apple-Gründer Steve Jobs. Mit dem Europa-Start seines Webshops
iTunes Music Store, aus dem 700.000 Titel abrufbar sind, bringt Jobs die Internetmusik auf legalen Boden – und läutet damit den finalen Siegeszug der so genannten Downloads ein.

„Wir erleben gerade den Anfang vom Ende der CD“, legt sich Janko Röttgers fest, der in Los Angeles lebende Autor eines Sachbuchbestsellers zum „Ende der Musikindustrie“. Röttgers: „Die CD ist definitiv ein Auslaufmodell.“

Die Plattenbosse suchen fieberhaft nach Strategien, wie sie trotz rapide schwindender CD-Umsätze überleben können.

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