Wie gut ist die sanfte Medizin?

Alternative Heilmethoden. Akupunktur, Osteopathie, F.-X.-Mayr-Kur: Ein neues Buch zeigt, welche Heilmethoden der Komplementärmedizin wirkungsvoll sind. Dazu: wie Alternativmedizin und Wellnessbehandlungen einander ergänzen können.

In der rechten Gesichtshälfte des Patienten stecken 15 Stahlnadeln. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine besonders grausame Foltermethode, soll helfen, verspannte Gesichtsmuskeln wieder ins Lot zu bringen.

Die Prozedur, als Akupunktur bekannt, ist ein Teil der sogenannten Chinesischen Medizin. Sie gilt weltweit als die am häufigsten angewandte alternative Heilmethode – auch in Österreich.

Die sanfte Medizin, auch Komplementärmedizin genannt, boomt. Der Weltmarkt bei alternativen Therapien erreicht nach Angaben der WHO derzeit immerhin einen Umfang von 60 Milliarden US-Dollar. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, daß der Markt für alternative Heilmethoden allein in Österreich 290 Millionen Euro ausmacht. Laut Auskunft der Wiener Ärztekammer würden etwa 46 Prozent der Bevölkerung in den Städten komplementäre medizinische Methoden akzeptieren. Am Land, so die Ärztekammer, sei sogar jeder zweite von der Wirksamkeit alternativer Arzneikunst überzeugt.

Die Liste der neuen Heilmethoden ist lang. In Österreich werden derzeit an die achtzig verschiedene Behandlungsweisen angeboten, darunter auch so exotische „Heilverfahren“ wie Eigenurintherapie, die Irisdiagnostik oder die Bachblütentherapie.

Experte oder Wunderheiler
Zu den bekanntesten zählen Akupunktur und Homöopathie. Doch was ist von Methoden zu halten, bei denen mit Wünschelruten oder Pendeln einzelne Krankheitsherde aufgespürt werden? Können Schamanen tatsächlich schwere Krankheiten heilen? Und wie kann ein Patient zwischen Experten mit fundierter Ausbildung und übelbeleumundeten Wunderheilern unterscheiden? „Die Grenze zwischen seriösen Praktiken und Scharlatanerie ist leider noch immer fließend“, meint etwa Ernst Kubista, Leiter der Speziellen Gynäkologie im AKH. Kubista kombinierte in Österreich schon früh die sanfte Medizin mit der Schulmedizin. Im Kampf gegen Brust- und Eierstockkrebs bietet er seinen Patientinnen seit Jahren auch die Methoden der Komplementärmedizin an.

Dennoch ist Kubista überzeugt: „Die Komplementärmedizin ist nur ein zusätzlicher Service, die Schulmedizin kann damit sicher nicht ersetzt werden. Deshalb gefällt mir auch der Begriff alternative Medizin nicht. Denn das würde ein Entweder-Oder bedeuten.“

Herbert Hacker

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Außerdem:

  • Der Boom der sanften Medizin
  • Die Palette der sanften Medizin
  • Fakten: Achtung vor umstrittenen Methoden
  • Service: Tipps für die Wahl des richtigen Arztes
  • Gesund durch Wellness: Heublumenbad und Ayurveda-Kur
  • Die besten Wellnessadressen
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