Wie kaputt ist der Eurofighter?

FORMAT deckt auf, was tatsächlich im Eurofighter-Bericht des deutschen Rechnungshofes steht: Alle Fakten aus dem 67 Seiten starken Papier – und der Konter von Jet-Hersteller EADS.

Noch nie hat ein Papier des deutschen Rechnungshofes in Österreich derartigen Wirbel verursacht wie Verschlusssache IV 6-2003-0639 – trocken betitelt als „Bericht über den Sachstand des Rüstungsvorhabens Eurofighter“, ausdrücklich „Nur für den Dienstgebrauch“ bestimmt.

Vergangene Woche veröffentlichte FORMAT erste ausführliche Zitate daraus. Von „unzulänglichen Leistungen des neuen Kampfflugzeuges“ ist dort die Rede, von einem „besorgniserregenden Zustand des Eurofighter-Programms“ und von Kosten, die „in kaum noch vorhersehbarem Maße“ steigen. Die Opposition fordert, den Vertrag zu stornieren, 75 Prozent der Österreicher sprechen sich für den Ausstieg aus dem Projekt aus.

Jetzt liegt der gesamte, 67 Seiten umfassende Rohbericht vor. FORMAT konfrontierte Eurofighter-Hersteller EADS damit und ließ ihn von Experten analysieren. Der Befund:

  • Das Kampfflugzeug, mit dem Österreich den Saab Draken ersetzen will, weist derzeit so gravierende Mängel auf, dass von voller Einsatzfähigkeit auf Jahre hinaus keine Rede sein kann.
  • Der Bericht des Bundesrechnungshofes (BRH) bezieht sich auf den Stand des Projekts Mitte 2003. Einige der Kritikpunkte sind bereits überholt, einige der Betriebsbeschränkungen (etwa das Verbot, höher als 12.000 Meter zu fliegen) in der Zwischenzeit aufgehoben, weitere sollen bald folgen.
  • Die Folgekosten des 2-Milliarden-Deals belasten das heimische Verteidigungsbudget in weitaus stärkerem Maße als angenommen – wie hoch, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Die tatsächlichen Kosten pro Flugstunde werden erst Ende 2004 feststehen.
  • EADS muss noch eine kaum absehbare Menge Zeit und Geld investieren, um den Vertrag mit dem österreichischen Bundesheer erfüllen zu können – die Lieferung von 18 voll einsatzfähigen Jets im Mai 2007. Aloysius Rauen, Chef der EADS-Militärflugzeugsparte, will dennoch garantieren, dass der Deal plangemäß abgewickelt wird.

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