Wie Arnie die Kalifornische Wirtschaft ankurbeln will!

Es ist Dienstag, acht Uhr abends Ortszeit, als Dennis Fredericks in seinem feudalen Office mit Pazifikblick ein Fläschchen Domaine Chandon extra brut aus dem Napa Valley kappt, einen Schluck nimmt und einmal tief durchatmet.

Es ist Mittwoch, fünf Uhr früh Ortszeit, als Peter Urdl in seinem urigen Bungalow mit Thalerseeblick ein Fläschchen Schlumberger Sparkling aus der Wachau köpft und Gattin Elfriede enthusiasmiert ein amerikanisches und ein steirisches Fähnchen schwenkt. „Super, Arnie“, flöten die Urdls aus Thal bei Graz, das Bürgermeisterehepaar, die in Arnold Schwarzeneggers alter Heimat das First Couple geben und gestandene Sozialdemokraten sind. „Unser Mann“, sagt Dennis Frederick aus Santa Monica, der in Schwarzeneggers neuer Heimat Kalifornien zu den renommiertesten Wirtschaftsanwälten zählt und als gestandener Republikaner gilt, „unser Mann hat es geschafft, der Rest geht wie von selbst.“ Dort, wo der neue Gouverneur des Golden State herkommt, herrscht emsige Aufbruchsstimmung – ein Gruppenausflug steirischer Landesgranden, die mit Kernöl und Schilcher im Handgepäck zur Amtseinführung jetten wollen, ist in Vorbereitung.

Dort, wo er hinging, herrscht gespannte Zuversicht – wer, wenn nicht er, soll der krisengebeutelten Wirtschaft die aufgeblähte Bürokratie aus dem Weg räumen?
Nur dort, wo er kraft seines frisch erworbenen Amtes hingehen wird, dort herrscht tiefer Argwohn: Im demokratisch dominierten Kongress der kalifornischen Metropole Sacramento beobachtet man mit Argusaugen, mit welch traumwandlerischer Sicherheit der angebliche Busengrapscher von einst nun nach den höchsten politischen Weihen im Golden State greift. Die Zahlen, die Kaliforniens größten politischen Erdrutsch seit der Inthronisierung Ronald Reagans auslösten: 55 Prozent stimmten für die Abwahl des demokratischen Amtsinhabers Gray Davis, satte 48 Prozent für den neuen republikanischen Terminator, magere 32 für seinen demokratischen Herausforderer Cruz Bustamante.

Klare Botschaft des frustrierten Wahlvolkes : Weg mit Davis, dem kalten politischen Machtmechaniker, her mit Antipolitiker Arnold, dem neuen wirtschaftlichen Wunderwuzzi, der bei der Siegesfeier im „Century Plaza“ in L. A. wie selbstverständlich dort fortsetzt, wo er in seiner Abschlusskundgebung aufgehört hatte.
„Ich werde für Ordnung sorgen“, verspricht Hollywoods neuer Hausmeister und durchpflügt auf seinem Podium mit gestählter Pranke die Luft. Dort, wo das gebannte Auditorium die Zentren der kalifornischen Bürokratie erahnt, fährt seine geballte Faust ansatzlos in die Tiefe. „Ich werde ausmisten.“
Gesagt, getan? „Er wird es schwer haben“, prophezeit einer, der damit langjährige Erfahrung hat – Jörg Haider, als Gouverneur von Kärnten nunmehr Amtskollege des Steirers.
Tatsächlich setzen den amerikanischen Neolandeshauptmann seine vollmundigen wirtschaftspolitischen Wahlkampfansagen nun unter ganz gewaltigen Handlungsdruck.
Keine Steuererhöhungen plus Reduktion der erst kürzlich verdreifachten Autosteuer versprach Schwarzenegger dem zornigen kleinen Mann. Bildungsoffensive und neue Schulprogramme versprach Schwarzenegger Kaliforniens verunsicherten Mamas und Papas. Drosselung der horrenden Lohnnebenkosten versprach Schwarzenegger den frustrierten Firmenbossen – und das alles gleich für die ersten hundert Tage seiner Amtszeit. Ach ja, und so nebenbei gedenkt Amerikas populärster Republikaner auch noch Kaliforniens Haushaltsdefizit von 38,2 Milliarden Dollar abzubauen. Nur schrittweise zwar, aber immerhin.

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