Wettlauf der Reichsten um das teuerste Bild

Gustav Klimts „Adele Bloch-Bauer II“ erzielte zuletzt mit 87,9 Millionen Dollar den Höchstpreis. Drei ExpertInnen diskutieren die Kunstmarktpreise.

Als 1987 die japanische Yasuda-Versicherung die „Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh um (umgerechnet) 36 Millionen Euro ersteigerte, war dies der Startschuss für einen beispiellosen, von Spekulanten und fiktiven Wertsteigerungsberechnungen angeheizten Boom des Kunstmarkts.

Bald darauf wurde dieser Rekordpreis mit den „Schwertlilien“ van Goghs übertroffen; erst viel später wurde bekannt, dass der Käufer das Gemälde nie bezahlt hat. 1989 erzielten dann innerhalb weniger Tage van Goghs „Porträt des Dr. Gachet“ (69 Millionen Euro) und Renoirs „Au Moulin de la Gallette“ (65 Millionen Euro) die bis dahin höchsten Preise der Auktionsgeschichte. Der japanische Käufer (der auch nur mithilfe seiner Bank bezahlen konnte) erklärte, er werde sich mit den Bildern begraben lassen.

Wenig später brach die Spekulationsspirale zusammen, die Umsätze der großen Auktionshäuser fielen ins Bodenlose; es dauerte Jahre, bis sich der Kunstmarkt wieder erholt hatte und – nach einem stetigen Aufwärtstrend – wieder die alte Stärke errang.

Die in den letzten Wochen bekannt gewordenen Preise für
die „Goldene Adele“ von Gustav Klimt (135 Millionen Dollar),
für Pablo Picasso (139 Millionen Dollar – der Kauf kam nur nicht zustande, weil der Verkäufer „La Reve“ allzu gestenreich präsentiert und das Bild dabei beschädigt hatte) und Jackson Pollock (140 Millionen Dollar) lassen natürlich die Erinnerung an die Spekulationsblase vor 15 Jahren wiederaufleben. Allerdings gibt es zumindest einen gewichtigen Unterschied: Heute stecken nicht Spekulanten hinter den „verrückten“ Preisen für Kunst, sondern Kunstliebhaber, die unglaublich viel Geld haben. Und: Unter den Topreichen der Welt scheint so etwas wie einen Wettlauf ausgebrochen zu sein, wer das teuerste Bild besitzt. Es geht also nicht nur um die Kunst, sondern auch ums Prestige. Aber selbst das ist keine wirklich neue Entwicklung: Schon im Mittelalter wetteiferten Kirchenfürsten, wer den prächtigsten Dom mit dem höchsten Turm erbauen konnte.

Hermann und Thomas Neuburger

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