Westis neues Glück im Spiel

Peter Westenthaler, 36, zieht mit seinem blauen 5er-BMW eine schwungvolle Kurve und parkt sich vor dem Magna-Headquarter in Ebreichsdorf ein. Der Sommeranzug des Ex-FP-Klubchefs und Ex-Bundesligavorstands passt farblich perfekt zum Teint. Gut gelaunt führt der Manager Special Projects von Frank Stronachs neuem Spieltempel Magna Racino in sein neues Büro.

Es ist erst der vierte Arbeitstag, seit Westenthaler seinen neuen Job angetreten hat. Dementsprechend karg wirkt sein Büro. Es ist kaum noch eingerichtet. Westenthaler verhehlt nicht, lieber im feudalen Schloss in Ebreichsdorf zu residieren als im verstaubten Büro des ÖFB, bezeichnenderweise auch 08/15 genannt. Und: Der Weg zur Arbeit von der Wohnung in Oberlaa ist nur ein Katzensprung. Die wesentliche Verbesserung gegenüber dem Bundesliga-Kurzzeitjob: die Zusammenarbeit mit Ulla Weigerstorfer, der ehemaligen Miss World, jetzt Director Communication & PR bei Magna Racino. Westenthaler: „Eine charmante Kollegin.“

Zum Scherzen haben die beiden allerdings wenig Zeit, denn in der Aufbauphase arbeiten alle fast rund um die Uhr. 1.300 Besucher täglich sollen in Frankies Spieltempel kommen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aber aus genau diesem Grund hat Stronach Westenthaler angeheuert. Seine Hauptaufgabe ist es, Marketing für Magna Racino zu machen.

Zielvorgaben gibt es nicht. Es müssen so viele Gäste wie möglich motiviert werden, die Pferderennbahn samt Wettspieltempel zu besuchen. „Vorige Woche waren etwa die Mitarbeiter des Wirtschaftstreuhänders KPMG auf Betriebsausflug bei uns“, freut sich Westenthaler über seinen ersten Erfolg. Angestellt ist Westenthaler bei Magna International und als Manager Special Projects direkt Frank Stronach unterstellt. „Lobbying und Networking sind in dieser Funktion ganz wichtig“, unterstreicht Westenthaler, weshalb ihn Stronach geholt hat. Der Networker soll auch intensiv in jenem Team mitarbeiten, das den von Stronach geplanten TV-Wettkanal realisieren will.

Mission TV-Wettkanal. „Derzeit befinden wir uns in der strategischen Phase. Wir sprechen mit dem ORF genauso wie mit den Privat-TV-Betreibern“, sagt der gebürtige Simmeringer. Westenthaler ist bekanntlich nicht der erste Expolitiker in Frank Stronachs Stall. Die Couleur spielt bei Onkel Frank dabei keine Rolle. Karl-Heinz Grasser war in Magnas Diensten, jetzt sind Ex-SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas und der ehemalige FP-Minister Mathias Reichhold Westenthalers Kollegen. Die öffentlich ausgetragenen Fehden etwa mit Rudas, den Westi als „den Roten vom ORF“ bezeichnete, gehören der Vergangenheit an. Heute grüßt er ihn locker mit „Hallo, Andi“. Und den amtierenden SP-Chef Alfred Gusenbauer hat er noch vor gar nicht langer Zeit als „triste, blutleere Gestalt“ bezeichnet. Heute pflegt er freundschaftliche Bande zu ihm: „Ich habe mit Gusi beim Ländermatch Österreich – England viel geblödelt.“ Probleme hat Westenthaler nicht damit, dass es heißt, er habe den Job nur aufgrund seiner politischen Vergangenheit bekommen: „In den USA ist das gang und gäbe. In Österreich haben wir eben die Neidgesellschaft.“

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