Wer ist per Mausklick günstiger?

FORMAT nahm die Depots der Direktbanken unter die Lupe und zeigt, wer die attraktivsten Konditionen und die besten Zinsen bietet.

Die Zeiten für Anleger waren schon einmal besser. Die meisten Wertpapierdepots liegen heuer unter Wasser, ein durchschnittliches In­vestment erzielte trotz der jüngsten Kurs­erholung seit Anfang Jänner ein Minus von sechs Prozent. Umso wichtiger ist es, wenigstens bei den Spesen kein unnötiges Geld auszugeben. Am besten geht das mit einem Depot bei einer der Direktbanken, die dank schlanker Strukturen und einer abgespeckten Beratung mit deutlich geringeren Kosten aufwarten als klassische Banken. So verursachen selbst kleine Aktienkäufe bei der Hausbank Mindestspesen zwischen 28 und 120 Euro. Wer per PC ordert, kommt schon ab 7,95 Euro zum Ziel. Allerdings gibt es markante Unterschiede bei den Konditionen. FORMAT zeigt, wo der Wertpapierkauf am günstigsten ist, wer das attraktivste Konto hat und welche Sparzinsen angeboten werden.

Unterschiedliche Stärken. So ist die easybank eine Vollbank, die primär auf ihr Girokonto setzt, welches ab einem Guthaben von 2.500 Euro gratis angeboten wird und auch als Verrechnungskonto für das Depot dient. Die ING-DiBa konzentriert sich bisher vor allem auf Sparprodukte. Das Kernprodukt ist das täglich fällige Sparkonto mit 3,5 Prozent Zinsen, für sechs Monate oder ein Jahr Bindung werden 4,25 Prozent gezahlt (siehe Tabelle). Die ING-DiBa will aber ihr Angebot voraussichtlich ab Juni um Produkte für den langfristigen Vermögensaufbau erweitern. brokerjet.at versteht sich als Wertpapier-spezialist, der gar kein Girokonto anbietet. Die Produktschwerpunkte der Kunden sind dementsprechend von Institut zu Institut unterschiedlich. Bei der Generali Bank sind Veranlagungen mit Kapital­garantie mit kurzer Laufzeit gefragt. easy­bank-Vorstand Sonja Sarközi: „Unsere Anleger zeichnet vermehrt eine gewisse Risikobereitschaft aus. Die Veranlagung erfolgt hauptsächlich in Aktien und gemischten Investmentfonds.“ Bei direkt­-anlage.at führt die Krise bei vielen Kunden zum Umdenken, beobachtet deren Chef Ernst Huber: „Aufgrund der aktuell schwierigen Situation an den Kapitalmärkten wird besonders unsere Ver­mögensverwaltung stark nachgefragt.“

Bei der Depotgebühr sind sich die Online-Anbieter dagegen noch fast einig: Der Kunde zahlt jährlich generell 0,12 Prozent des Depotvolumens. Die generalibank.at verrechnet zwar 0,192 Prozent, bietet aber dafür als ein­zige Bank ein kostenloses Verrechnungskonto an. Weitaus größere Unterschiede gibt es bei der Mindestdepotgebühr, die für die Verwaltung des Depots verrechnet wird. So zahlt der Anleger bei direkt­anlage.at – mit fast 51.000 Onlinekunden und drei Milliarden Euro verwaltetem Volumen der größte Anbieter – 15 Euro Minimum. Erst ab 12.500 Euro werden die 0,12 Prozent Depotgebühr schlagend. Weitaus günstiger kommt man bei broker­jet.at zum Zug, denn dort sind jährlich 3,60 Euro fällig. bankdirekt.at verzichtet ganz auf einen Mindestsatz.

5.000-Euro-Order ab 14 Euro. Die Spreu vom Weizen trennt sich auch bei den Or­dergebühren für Aktien, die an der Wiener Börse gehandelt werden. Bester Anbieter bei einer Order von 5.000 Euro ist die easybank.at mit einer Gebühr von 14 Euro. Ähnlich günstig kommen Anleger bei brokerjet.at zum Zug: Dort kostet die gleiche Order 16,45 Euro. Auch noch gut dabei ist die generalibank.at, die ihren Kunden 18 Euro plus Devisenspesen für die 5.000-Euro-Order berechnet. Investoren, die in Deutschland über das Xetra-System in Frankfurt auf Aktien­jagd unterwegs sind, können das ebenfalls am günstigsten bei der easybank.at (14 Euro) und bei brokerjet.at (16,45 Euro). Bei US-Aktien geht die direktanlage.at mit 27,62 Euro als Sieger vom Platz. Wer chinesische Einzeltitel ordern möchte, zahlt bei der direktan­lage.at nur 13,45 Euro als Minimum, für ein 5.000-Euro-Investment werden 29,20 Euro fällig.

Ein weiterer Vorteil ist die Geschwindigkeit. Während eine Aktienbestellung in einer Filialbank erst in die Zentrale weitergeleitet und mitunter erst am kommenden Tag ausgeführt wird, hat man online die Papiere binnen Sekunden im Depot – und das selbst dann, wenn an der Wall Street in New York geordert wird. So kann man bei Bedarf noch am selben Tag wieder Kasse machen. Bei Fonds werden die Ausgabeaufschläge in der Regel zwischen 40 und 60 Prozent rabattiert – manchmal fällt der Diskont sogar noch höher aus. brokerjet.at-Pressechef Thore Dohse: „Wir bieten auf den Fonds des Monats 90 Prozent Rabatt.“ Die Kontozinsen sind bei den Direktbanken generell besser als bei herkömmlichen Banken. Sehr attraktiv ist die bankdirekt.at, die auf dem Verrechnungskonto im Haben mindestens 2,5 Prozent gutschreibt, im Soll werden sieben Prozent verrechnet. Ein Zinsabstand von nur 4,5 Prozent zwischen Plus und Minus – da macht das Ordern per Mausklick gleich noch einmal so viel Spaß.

Von Carolina Burger, Ingrid Krawarik

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