Wer bestimmt den Benzinpreis?

Steigende Benzinpreise treiben Autofahrern die Zornesröte ins Gesicht. FORMAT analysiert die Mechanismen bei der Preisgestaltung der Ölmultis und zeigt, wie Sie beim Tanken sparen können.

Vorige Woche war es wieder einmal so weit: Bevor am Freitag die Reisewelle losbrach, gingen die Preise an den Zapfsäulen der meisten heimischen Tankstellen deutlich nach oben. Diesmal war BP Austria vorgeprescht und hatte den Dieselpreis um vier Cent, die Benzinpreise um zwei Cent pro Liter angehoben. Tags darauf zogen OMV und Shell mit Erhöhungen im gleichen Ausmaß nach.

Dass die Preise ausgerechnet von den drei weitaus größten Tankstellenbetreibern Österreichs so einträchtig angehoben wurden, empört Arnulf Komposch, der als Sektionschef für Konsumentenschutz im Sozialministerium maßgeblich an der von Minister Herbert Haupt bei der EU-Kommission eingebrachten Beschwerde gegen die Ölfirmen wegen Missbrauchs ihrer Marktmacht mitgewirkt hat: „Mit Marktwirtschaft ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass die Erhöhungen praktisch gleichzeitig und auf den Cent genau im gleichen Ausmaß erfolgen.“ Für Agip-Country-Manager Bernhard Liebich ist hingegen logisch, dass die Marktführer bei Preiserhöhungen vorangehen: „Wenn die Rohölpreise so wie jetzt steigen, muss der Marktführer schauen, dass er die Abgabepreise in die Höhe bringt. Ein kleinerer Anbieter wie wir kann keine höheren Preise durchsetzen, sondern nur nachziehen.“

Kosten, Konkurrenten, Kalkulationen – wie der Benzinpreis zustande kommt. Die Konkurrenzsituation ist aber nur einer jener Faktoren, die letztlich den Preis an der Zapfsäule bestimmen. Details ihrer Pricing-Strategie legen die Ölfirmen zwar nicht offen, der grundlegende Ablauf ist aber recht einheitlich. So ergibt sich aus den Veränderungen der Produktenpreise am Spotmarkt in Rotterdam und der Dollarkursentwicklung sowie den stabileren Kostenpositionen wie Transport ein täglich aktualisierter Einstandspreis. Dabei ist der aktuelle Marktpreis als rechnerischer Wertansatz auch für jene Unternehmen wichtig, die Rohöl aus eigener Förderung selbst verarbeiten, obwohl sich ihre Förder- und Raffineriekosten durch Preisschwankungen nicht verändern – sie könnten die raffinierten Produkte aber statt über ihre Tankstellen auch am Spotmarkt verkaufen.

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