Wellness: Chefs im Lotussitz

Die Anzahl der Yoga-Anhänger wächst täglich: Die indische Entspannungslehre liegt im Trend. Auch immer mehr Führungskräfte setzen nun auf Office-Yoga, um auch im Job richtig „durchatmen“ zu können.

Zur Leistung gehört die Erholung. Zur Spannung gehört die Entspannung. Zum Einatmen gehört das Ausatmen.“ Was auf den ersten Blick wie eine Plattitüde klingt, ist eine alte Weisheit, die gerade heutzutage nicht besser zutreffen könnte. Denn wer in der Arbeitswelt bestehen möchte, muss ständig am Ball bleiben und kontinuierlich hohe Leistung erbringen. Vor allem Personen in leitenden Funktionen leiden unter den steigenden Anforderungen: Einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforums der Führungskräfte zufolge klagen 57 Prozent der österreichischen Manager über Stress sowie Überbelastung, und 27 Prozent der Führungskräfte haben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa nach wünschen sich 93 Prozent der Berufstätigen nichts sehnlicher als „Entspannung“.

Nicht verwunderlich also, dass sich immer mehr Menschen nach einem probaten Ausgleich sehnen. Allerdings: „Wir haben es verlernt, auf die innere Stimme unseres Körpers zu hören, wir haben längst die Techniken verloren, zu Ruhe, Kraft und Energie zu kommen sowie unsere Gedanken zu disziplinieren“, behauptet der Consulter Manfred della Schiava.

Yoga, die indische philosophische Lehre, kann Abhilfe schaffen, vor allem weil sie auf mehreren Ebenen ansetzt: Yoga stärkt den Körper, der Geist wird klarer, und die Emotionen bleiben in Balance. Das geistige und körperliche Training aus Atemübungen (Pranayamas), Körperhaltungen (Asanas) und Meditationen (Dhyana) hat eine positive Auswirkung auf das allgemeine Wohlbefinden.

„Durch Yoga kann der Mensch sein wahres Wesen erkennen, das nach altindischer Lehre in fünf Hüllen geteilt ist: den menschlichen Körper, die Lebensenergie, den seelisch-geistigen Bereich, eine tiefere Erkenntnis und ein Gefühl starker Seligkeit. Das Ziel der Yoga-Praxis ist es, die unterschiedlichen Hüllen anzusprechen und zu durchdringen“, erklärt Isabella Welsch, Yoga-Lehrerin und Psychotherapeutin. Und genau diese Vereinigung von Körper, Geist und Seele wird von Leistungsträgern aller Bereiche als Ausgleich zum täglichen Kampf um Macht und Geld geschätzt.

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