Wein-Wunderjahrgänge 2002 und 2003

Weine dieser beiden Jahrgänge gelten als exzellent. Besonders 2003 sollen wahre Wunder entstanden sein. Was an ihnen dran ist, wo man kaufen sollte.

Sein Job ist es zu trinken. Und zwar gar nicht wenig. Peter Moser, Chefredakteur des kulinarischen Fachmagazins „Falstaff“, ist einer der wichtigsten Weinverkoster des Landes. Seit Jänner nippte er für den alljährlich im Juni erscheinenden „Falstaff“-Weinguide an immerhin mehr als 3.000 Flaschen Wein. Nun ist die Arbeit für den aktuellen Guide fast abgeschlossen, Moser kennt damit als einer der wenigen bereits die wichtigsten österreichischen Weine der Jahrgänge 2002 und 2003, genauer gesagt jene, die bereits in Flaschen abgefüllt wurden. Sein grundsätzliches Fazit: „Beide Jahrgänge sind außergewöhnlich, vor allem der 2003er.“

Das kommt nicht überraschend. Denn bereits im Vorjahr war in den Medien nicht selten vom „Jahrhundertwein 2003“ die Rede, eine Bezeichnung, die allerdings als Marketinginstrument inzwischen auch reichlich inflationär verwendet wird. Tatsächlich waren jedoch die Wetterbedingungen im Vorjahr außergewöhnlich. Durch den extrem heißen Sommer sind die Trauben drei Wochen früher als sonst zur Lese reif geworden. „Das war für uns ein ideales Wetter“, meint etwa der Rotweinmacher Christian Fischer in Sooß, „die wenigen Niederschläge im Juni waren wichtig, dadurch gab es keine Trockenschäden.“

Nicht nur in Österreich, auch in Italien und Frankreich gerieten die Weinmacher ob des Extremwetters in Hochstimmung. Im Bordeaux, neben dem Burgund das wichtigste Weinbaugebiet Frankreichs, hatte die Weinlese so früh wie seit über hundert Jahren nicht mehr begonnen. Lediglich 1893 begann die Lese zu einem vergleichbaren Zeitpunkt.

In Österreich waren die Bedingungen nicht ganz so extrem, dennoch meint etwa „Falstaff“-Koster Moser: „Bei den österreichischen Rotweinen kann man eindeutig sagen, 2003 ist ein ganz außergewöhnlicher Jahrgang.“ Für Moser brachte aber auch 2002 herausragende Qualitäten, weshalb er von einem „Doppeljahrgang der Superlative“ schwärmt.

Der grundsätzliche Unterschied dabei: 2002 gerieten die Weine etwas schlanker, während 2003 durch die viele Sonne dichte und besonders kraftvolle Kreszenzen entstanden sind. Fischer: „Wir befürchteten, dass der 2003er etwas zu alkohollastig und damit plump werden könnte, es sind aber sehr geschmeidige Weine mit einer schöner Frucht geworden.“ Allerdings fügt Fischer hinzu, dass diesmal eine exakte Kellertechnik besonders wichtig war. „Wer da nicht aufgepasst hat, dem droht unter Umständen ein eher jämmerliches Resultat.“

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