Wein-Wahnsinn

Weinpapst Karl Heinz Wolf lud kürzlich die internationale Weinwelt zu einer Jahrhundertverkostung ein. Ein Event, der den beispiellosen Boom im Geschäft mit sündteuren Spitzenweinen zeigt.

Steinbach am Attersee, Forstamt 12: Von der Uferstraße führt ein kleiner Kiesweg zu einem stattlichen Anwesen. Von hier aus ist der Blick auf den See besonders schön, die Lage ist einzigartig, ein Idyll wie aus einem Fremdenverkehrsprospekt. Wer hier wohnt, muss wohl jeden Morgen gleich nach dem Aufstehen das Gefühl haben, dass es das Leben ausgesprochen gut mit ihm meint.

In dem ehemaligen Forstamt residiert Karl Heinz Wolf. Der nach Österreich ausgewanderte Deutsche, von Freunden Carlo genannt, ist Extrem-Hedonist. Er wird in der internationalen Weinszene als kundiger Connaisseur und kompromissloser Trinker der teuersten Kreszenzen der Welt geschätzt. Sein Gaumen ist an Rebensäfte, die mehrere tausend Euro kosten, seit Jahrzehnten gewöhnt. Wolf trinkt hochkarätige Burgunder oder unbezahlbare Spitzen-Bordeaux’ wie andere Mineralwasser.

Am Freitag der Vorwoche lud der lebenslustige Genussmensch zu einer Weinverkostung ganz nach seinem Geschmack. In seinen heiligen Hallen am Attersee, wo sich in regelmäßigen Abständen internationale Weinexperten und begüterte Weintrinker treffen, wurden diesmal deutsche Rieslinge des legendären Weinguts Egon Müller degustiert. Unter Kennern ein Jahrhundertereignis mit historischer Bedeutung. Denn noch nie wurden von dem deutschen Traditionsweingut Weine aus sieben Dekaden zurückverkostet, darunter Rebensäfte aus Jahrgängen, die zu Höchstpreisen gehandelt werden. Nicht wenige der bei dieser Gelegenheit geöffneten Flaschen kosten über 2.000 Euro, die Trockenbeerenauslese des Jahrgangs 1976 etwa repräsentiert gar einen Wert von rund 10.000 Euro.

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