Wasser: Teurer Tropfen

Das kühle Nass ist Gegenstand eines weltweiten Milliardenbusiness geworden. Das Geschäft wird immer stärker von Private-Equity-Firmen und globalen Wasserkonzernen dominiert. Auch in Österreich.

Den Gedanken an Wasser assoziierte Thomas Schurian bis vor kurzem mit Gefängnis. Prüfer fanden immer wieder Kolibakterien im Trinkwasser der kleinen Kärntner Gemeinde Maria Rain. Eine unangenehme Sache für Schurian, Amts- und Betriebsleiter der örtlichen Wasserversorgung. Denn abgesehen vom medialen Wirbel, den die Vorfälle jedes Mal auslösten, bewirken Kolibakterien im menschlichen Körper Übelkeit und Durchfall und können sogar Infektionen auslösen. „Wir versuchten, die Wartung der Anlage zu verbessern. Aber es funktionierte nicht“, sagt Schurian, „ich hatte Angst, für die Vorfälle eingesperrt zu werden.“
Vor einem Jahr griff die Gemeinde schließlich zu einer radikalen Maßnahme: Sie übertrug die gesamte Wasserversorgung an den französischen Konzern Veolia, den größten Wasserkonzern der Welt. „Seitdem ist mit unserem Trinkwasser alles in Ordnung“, ist Schurian erleichtert.

Weltweit sind die großen Wasserkonzerne auf dem Vormarsch und Privatisierungen am Wassermarkt ein Megatrend – auch in Österreich. Politisch ist das Thema hochsensibel, denn die Angst vor profitgierigen Unternehmen, die den Hahn einfach abdrehen können, wenn Gewinne nicht ordentlich sprudeln, und sich österreichischer Quellen und Brunnen bemächtigen, sitzt tief. Derzeit werden weniger als zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung von privaten Anbietern versorgt, in Frankreich dagegen sind es mehr als achtzig, in England gar hundert Prozent. Doch das könnte sich bald ändern.

Denn das Geschäft der internationalen Wasserriesen läuft wie geschmiert: Alleine der französische Multi Suez steigerte den Umsatz seiner Wassersparte im Vorjahr um sieben Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, Konkurrent Veolia um zehn Prozent auf mehr als zehn Milliarden Euro. Die beiden Unternehmen kontrollieren gemeinsam
65 Prozent des internationalen Marktes privater Anbieter. Insgesamt – den kommunalen Bereich eingerechnet – ist der globale Markt für Wasserversorgung sogar 400 Milliarden Dollar schwer und wächst pro Jahr um sechs bis acht Prozent.

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Kommentar
Oliver Greiner, Strategieberater bei Horváth & Partners.

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