Was bringt die Zukunft? Scheidender RTL-Chef Hans Mahr im FORMAT-Interview

Bis Anfang November würde er noch seinen derzeitigen Job bei RTL "mit aller Kraft" ausüben. Wie es weitergeht, werde sich "in den nächsten Monaten klären". Jetzt gehe es zunächst darum, "dass Gerhard Zeiler gewisse Vorstellungen hat, die ich mir gern anhöre. Ich bin gerne bei RTL, und es spricht auch nichts dagegen, etwa bei der RTL-Group zu bleiben. Es gibt da eine ganze Reihe neuer RTL-Projekte in Europa und anderswo."

Von Zwistigkeiten - etwa mit dem neuen Senderchef Marc Conrad - sei keine Rede: "Das ist ein Unsinn, der allerdings unausrottbar ist. Natürlich hatten wir unsere Auseinandersetzungen. Aber in den letzten Jahren haben wir eine fast freundschaftliche Beziehung entwickelt. Es gibt keinerlei Animositäten. Ich halte ihn für den richtigen Mann, jetzt bei RTL das Steuer zu übernehmen." Und Mahr weiter: "Ich mache schon längere Zeit kein Hehl daraus, daß ich nach zehn Jahren neue Challenges suche."

Weiterhin in Deutschland zu arbeiten, ziehe Mahr einer beruflichen Zukunft in Österreich vor: "Vor allem in Österreich zu arbeiten ist schwieriger als in Deutschland. Deutschland ist ein größeres Land, zudem werden dort klare Entscheidungen auch konsequent durchgesetzt. Während Österreich nach wie vor ein Land der Kompromisse ist. Und ich weiß nicht, ob ich in Zukunft wieder viele Kompromisse eingehen kann oder möchte."

Da bleibe er lieber "unverfälscht", sagt Mahr. Was Risiken mit sich bringt, denn: "In einer Zeit, in der alles bis zur Unkenntlichkeit ausgewogen ist und diese meinungslose, langweilige Ausgewogenheit mittlerweile auf alle Bereiche übergreift - von der Politik bis zu den Medien - sind halbwegs authentische Menschen, die durchaus auch ein bißchen kantig sind, sicher in einer schwierigen Position. Aber ehrlich gesagt: lieber kantig als grantig."

Ob er nach einem Jahrzehnt TV nicht wieder Lust auf "Print" habe? Auf Tageszeitungsjournalismus? Er wolle nichts ausschließen: "Ich habe mich immer als Mann aller Medien gesehen. Ich war sowohl im Printbereich tätig als auch im Fernsehen, und ich habe sowohl Managementfunktionen ausgefüllt als auch journalistische. Und sogar zu den neuen Medien haben ich eine gute Verbindung, so habe ich für RTL die New Media Company aufgebaut. Das ist eine breite Basis, und jetzt geht es eben um eine neue spannende Herauforderung."

Er werde jedenfalls, "wie immer in meinem Leben, ein Maximum an Leistung bringen für jemanden, der an mich glaubt. Und da gibt’s noch ein paar", so Mahr siegesgewiß. "Mir nur noch die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, kann ich mir weder leisten, noch will ich es mir leisten. Ich werde schon noch ordentlich zupacken."

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