Was braucht Österreich? Androsch und Raidl im wirtschaftspolitischen Streitgespräch

Die FORMAT-Wirtschaftsdebatte vor der Wahl: Hannes Androsch und Claus Raidl über Versäumnisse und Perspektiven des Landes, die Wachstums-, Einkommens-, Arbeits- und Steuerentwicklung – sowie über künftige Koalitionen.

Die Nationalratswahl am 1. Oktober wird wohl wirt-schafts- und sozialpolitisch entschieden, ob die Wähler ihre Situation besser oder schlechter als 2000 oder 2002 einschätzen – und welchen Parteien sie mehr Kompetenz zutrauen, künftig die Probleme Österreichs zu lösen. FORMAT lud zur Debatte darüber zwei Persönlichkeiten aus der Wirtschaft ein, die sich stets auch politisch positioniert haben:

• Hannes Androsch , Industrieller und Investor, Ex-Finanzminister und Ex-Vizekanzler der SPÖ;

• Claus Raidl, Böhler-Uddeholm-Chef, Vorsitzender eines Personenkomitees für Kanzler Schüssel und dessen Berater.

FORMAT: Ehe wir sechs Wochen vor der Wahl auf künftige wirtschaftspolitische Erfordernisse eingehen, eine Bestandsaufnahme: Wo steht Österreich sechs Jahre nach der Wende von 2000 am Ende der Regierung Schüssel 2, vier Jahre nach dem Bruch der Regierung Schüssel 1?
Raidl: Es hat sich viel zum Besseren verändert: Wir haben eine gute Steuerreform, vor allem für die Unternehmen, es gibt sicher noch Nachjustierungsbedarf für die Mittelstandseinkommen, etwa bis 45.000 Euro jährlich. Auch die wenig Verdienenden profitieren: Heute zahlen mehr als 2,5 Millionen Lohn- und Einkommensteuerpflichtige überhaupt keine Steuern mehr. Die Pensionsreform war ebenso nötig und zumindest für einige Jahre ausreichend, jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Bei der Budgetpolitik kann man über den Zeitpunkt des angestrebten Nulldefizits streiten, aber der psychologische Effekt ist unbestreitbar: Den Leuten wurde erklärt, dass Geld ein knappes Gut ist und dass auch der Staat sein Defizit reduzieren muss. Und auch außerhalb der Wirtschafts- und Sozialpolitik wurden Reformen angepackt, die jahrelang verabsäumt worden sind: etwa die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie oder das neue Universitätsgesetz.

Das komplette Gespräch lesen Sie im neuen FORMAT

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