Was Hedgefonds gewinnen, müssen andere verlieren

Kracht ein Hedgefonds, so kann dies in einer Kettenreaktion zu einer globalen Finanzkrise führen. Erstens wegen der enormen spekulativen Positionen, welche diese Fonds halten, und zweitens wegen ihrer finanziellen Verflechtung. Daher ist eine supranationale Aufsichtsinstanz nötig, welche einen Überblick über die „exposure“ aller großen Akteure besitzt (nicht nur der Hedgefonds).

Größer als der Schaden durch Finanzkrisen ist jener, den Hedgefonds durch ihr „Normalgeschäft“ anrichten. Wenn dieses Renditen von 20 % und mehr erbringt, gleichzeitig aber die Wirtschaft nur um 2 % oder
3 % wächst, so sagt der Hausverstand: Solche Renditen können nur durch (illusionäre) Bewertungsgewinne oder durch Umverteilung erzielt werden.

Wenn etwa Aktienkurse boomen wie in den späten 1990er-Jahren oder in jüngster Zeit, so werden alle reicher, die Aktien besitzen, und niemand wird ärmer: eine wunderbare Geldvermehrung durch Bewertungsgewinne. Da die realen Unternehmenswerte nicht annähernd so stark steigen, gibt es dazwischen einen Crash wie 2000/03, der die Realwirtschaft in eine Krise zieht. Ähnliches wird sich wieder ereignen, wenn der jüngste Aktienboom so weitergeht.

Als „Systemspieler“ agieren jene Hedgefonds, welche kurzfristige Trends auf Finanzmärkten ausnützen, indem sie in der Frühphase eines Aufwärts(Abwärts)trends kaufen (verkaufen). Da die dafür eingesetzten Spielsysteme ähnlich sind, verlängern die „Trend-Followers“ in ihrer Gesamtheit die Trends: Sie destabilisieren die wichtigsten Preise wie Wechselkurse, Rohstoffpreise, Zinssätze oder Aktienkurse. Gleichzeitig handelt es sich um reine Umverteilungsspiele: Was die Hedgefonds gewinnen, müssen andere verlieren. Außer Instabilität wird nichts produziert. Um diesen Schaden für die Realwirtschaft zu verringern, brauchen wir: Nach-Denken und Einbremsen, etwa durch eine generelle Minimalsteuer (0,1 %) auf (derivative) Finanztransaktionen.

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