Was nichts kostet, ist viel wert

Vor Beginn der Koalitionsverhandlungen: Die SPÖ will die 2000 eingeführten Studiengebühren rückgängig machen, die ÖVP ist dagegen.

Seit dem Wintersemester 2001 kostet ein Studium an Österreichs Universitäten 363,36 Euro im Semester, für viele ausländische Studierende sogar das Doppelte. Dass sich dadurch die Studienbedingungen an den Unis nicht verbessert haben, ist bekannt, genauso wie die Tatsache, dass die Abschaffung der Gebühren einzig eine Frage des politischen Willens ist. Die Unterfinanzierung der Unis kann und soll nicht durch die Studierenden ausgeglichen werden. Was für sie eine extreme Belastung und Hürde ist, ist für die Unis in Wirklichkeit ein Bagatellbetrag. Eine neue Regierung muss sich daher die Frage stellen, ob tertiäre Bildung einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht zugänglich sein soll.

Gerade vor Studienbeginn spielen Studiengebühren eine große Rolle, sozial schwächer gestellte StudieninteressentInnen werden von den Gebühren abgeschreckt. Sollten sie sich trotzdem für ein Studium entscheiden, gibt es zwar die Möglichkeit, Studiengebühren rückerstattet zu bekommen, das passiert jedoch meist erst zwei bis drei Monate im Nachhinein. Sie müssen dem Staat 363 Euro „vorschießen“. Die Mär von der sozialen Abfederung der Gebühren durch Studienbeihilfe ist enttarnt: Seit 1999 wurde das Stipendium nicht einmal mehr an die Inflation angepasst. Auskommen ist damit keines zu finden. Aus diesem Grund müssen 80 % der Studierenden arbeiten, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Darunter leidet die Studienleistung, und das zu niedrige Stipendium geht schnell wieder verloren. Was bleibt, ist, noch mehr zu arbeiten und weniger zu studieren und dafür Studiengebühren bezahlen zu müssen. Über ein Drittel der StudienanfängerInnen brechen ihr Studium ab; am Ende des Tages ist Arbeiten attraktiver als (ohnehin nicht richtig zum) Studieren (zu kommen). So wird die Entscheidung für ein Studium zu einer rein ökonomischen: Habe ich genug materielle und zeitliche Ressourcen, um die Doppelbelastung Studieren und Arbeiten zu bewältigen oder nicht? Was die nächste Regierung also schleunigst tun muss, ist, die Studiengebühren abzuschaffen. Das wäre zumindest ein erster Schritt, nicht der einzige, zu einem egalitären Bildungssystem.

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