Warum ist Haider nicht FP-Spitzenkandidat?

Jörg Haider ist der neue FP-Chef aber nicht der Spitzenkandidat für die Nationalratswahlen. Riess-Passer formuliert im FORMAT-Interview ihre Enttäuschung und wirft ihrem Nachfolger mangelnde Konsequenz vor: "Ich hätte es mir auch gewünscht, dass er Spitzenkandidat wird. Wenn er den Kurs vorgibt, sollte er ihn auch dem Wähler präsentieren. Das wäre konsequent." Auch Bundeskanzler Schüssel fragt sich, warum Haider nicht selbst antritt.

Als ihren größten politischen Fehler bezeichnet Riess-Passer die Unfallrentenbesteuerung: "Die Entscheidung wurde unter Zeitdruck gefällt und wir haben uns nicht genügend damit auseinandergesetzt, welche Konsequenzen das hat. Das ist allen so gegangen, auch Jörg Haider, der in diese Entscheidung eingebunden war."

Überraschung beim FORMAT-Interview: Die scheidende Vizekanzlerin wird als FPÖ-Wahlkampfhelferin auftreten. Susanne Riess-Passer will in Tirol für blaue Stimmung sorgen. Die Ex-FP-Chefin zu FORMAT: "Ich werde meinen Freunden in meiner Heimat Tirol helfen so gut ich kann."
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Schüssel hätte mit Haider gerechnet...
ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel hatte für die Nationalratswahl am 24. November offensichtlich mit einem FPÖ-Spitzenkandidaten Jörg Haider gerechnet. "Ich frage mich, warum er nicht selbst antritt", sagte der Bundeskanzler bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt. "Das wäre ehrlicher, wenn man zuvor eine erfolgreiche Regierungsarbeit beenden lässt." Dann wäre aber auch ein "direkter Vergleich" zwischen ihm und dem Kärntner Landeshauptmann möglich geworden, fügte Schüssel hinzu.

Die personelle Entscheidungen vom Vortag innerhalb der Freiheitlichen wollte der Kanzler nicht kommentieren. Auch zu möglichen Koalitionen nach der Wahl wollte er sich nicht äußern. Nur so viel: "Meine Erfahrungen sind mir eine Lehre. Sie werden bei der Auswahl künftiger Partner eine große Rolle spielen."

Die Wahl sieht Schüssel unter folgenden Prämissen: Wer sollen Österreich führen? Wem traut man dies zu? Alfred Gusenbauer oder Wolfgang Schüssel? "Das ist die entscheidende Frage", sagte er. "Aber darüber muss der Wähler entscheiden." Sein und das Ziel der Volkspartei sei es, möglichst viele, die vor drei Jahren noch FPÖ oder SPÖ gewählt haben, zur ÖVP zu ziehen. "Daher werden wir auch niemanden ausgrenzen", sagte der Kanzler. "Aber eine Lösung gibt es nicht mit jedem Partner." Er erwähnte in diesem Zusammenhang einen Innenminister Peter Pilz (Grüne) oder einen Finanzminister Rudolf Edlinger (S). Und zu Haider: "Er ist ab sofort ein Mitkonkurrent, dem wir jede Stimme abjagen wollen."

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