Warum Frauen besser investieren als Männer: Weniger Risiko, bessere Nerven in der Krise

Weibliche Anleger meiden das Risiko, veranlagen langfristiger und bleiben gelassener. Trotz nachweisbar höherer Börsenerfolge scheut die Mehrzahl noch immer den Aktienkauf. • 10 Tipps: Die TV-Geldexpertin Angelika Ahrens erklärt, was man im Wertpapiergeschäft unbedingt beachten sollte. • Investment-Clubs: Die neuen Frauennetzwerke der Banken und eine neue Frauenbank unterstützen bei der Geldanlage.

Manchmal kann es ziemlich riskant sein, für die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen zu kämpfen. Die Französin Olympe de Gouges forderte im Revolutionsjahr 1789 in ihrer „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ auch die finanzielle Unabhängigkeit des weiblichen Geschlechts. Das kam selbst bei den aufgeklärten Revolutionären nicht gut an: Gouges’ Streben nach Gleichberechtigung kostete sie 1793 den Kopf. Die Vorurteile über weibliche Investmentfähigkeiten hielten sich bis ins 20. Jahrhundert. Martina Bauer, Verantwortliche für das Projekt „Frauen und Geld“ bei der Volksbanken-Gruppe: „Bis 1934 durften Frauen in Großbritannien keine Bankgeschäfte ohne ihren Ehemann oder Vater abwickeln. Und erst im Jahr 1986 wurde die erste Händlerin an der Wiener Börse zugelassen.“

Vermutlich war es die Angst der Männer, Frauen könnten die besseren Investoren sein. Und 2001 fanden die beiden amerikanischen Professoren Brad Barber und Tarrance Odean den Beleg dafür. Das für Männer ernüchternde Ergebnis: Frauen erzielen an der Börse durchschnittlich höhere Renditen als Männer. Die Studie, die in „The Quarterly Journal of Economics“ erschien, untersuchte über 35.000 Bankkonten eines Discountbrokers. Dabei stellte sich heraus, dass Männer sich meist überschätzen. Die Studienautoren belegten zudem einen Hang der Männer zu riskanten Investments. Eines der größten männlichen Probleme ist laut Studie das häufige Umschichten der Depots. Frauen agieren deutlich ruhiger und wechseln ihre Wertpapiere um 45 Prozent weniger als Männer. Der rege Handel schlägt sich auf die männliche Rendite nieder: Die Trading-Spesen fressen das Plus am Konto auf, und damit liegt der Gewinn deutlich unter jenem der weiblichen Probanden. Unterschiede machten die Forscher auch zwischen Single-Männern, Single-Frauen und verheirateten Paaren aus. Gebundene Männer lebten ihren aggressiven Investitionstrieb deutlich weniger aus als Single-Männer.

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