Warten auf den nächsten Blackout oder mehr Grips

Der Stromausfall am 4. November zeigt, wie fehleranfällig das europäische Netz ist. Wie verbessert Österreich seine Stromversorgung?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich bin eine leidenschaftliche und glühende Verfechterin marktwirtschaftlicher Wirtschaftsmodelle. ABER: Erstens brauchen alle marktwirtschaftlichen Prozesse effiziente politische Rahmenbedingungen betreffend ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit, und zweitens erspart der Wettbewerb nicht die Beantwortung der Frage nach sinnvollen Strukturen des Wettbewerbs.

Gerade bei Leistungen, bei denen nicht nur der aktuelle Preis, sondern vor allem auch Fragen der Liefersicherheit, der Zuverlässigkeit und der umweltgerechten Erzeugung im Vordergrund stehen, kann die Devise nicht lauten: schrankenloser Wettbewerb.

Güter und Leistungen des täglichen Bedarfs können nicht ohne gravierende Nachteile auf die Reise geschickt werden. So wie es für uns alle schädlich ist, Erdäpfel aus Deutschland zum Waschen nach Italien zu senden und sie dann wieder auf die deutschen Märkte zurückzukarren, so ist auch zu hinterfragen, ob das Grundmodell einer sicheren Energieversorgung von morgen nach dem Modell Temelín oder nach dem Modell der energieautarken Gemeinde Güssing konzipiert werden soll.

Auch das Modell der tunlichst eigenständigen Öko-Energie-Regionen wird nicht ohne überregionale Netze auskommen. Um die vielfach unvermeidbar heterogenen Strukturen von Angebot und Nachfrage auszugleichen, brauchen wir auch sichere Leitungssysteme. Daneben muss in Zukunft das Einsparen von Energie eine wesentlich größere Priorität haben als bisher. Kein neues Kraftwerk, wenn nicht nachweislich mögliche Einsparungen vorweg realisiert werden. Auch marktverzerrende Förderungen für einerseits Atom- und andererseits Öko-Strom sind nicht akzeptabel. Also: Bitte, ExpertInnen der E-Wirtschaft, Ökos und Erzeuger, rasch an den Verhandlungstisch! Weg mit den Lokalegoismen, weg mit dem Nepotismus. Nehmen wir unsere Versorgungssicherheit in eigene Hände, und hüten wir uns vor den riesigen Atomkonzernen ebenso wie vor falsch verstandenem marktwirtschaftlichem Größenwahn. Vielleicht gelingt ja auch eine seriöse Debatte über die tatsächliche Kostenwahrheit beim Ökostrom.

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