Wahlslogans kommen bei Wählern kaum an:
Aussagen sind Parteien schwer zuzuordnen

Die Mehrheit von insgesamt 400 befragten wahlberechtigten Österreichern kann die Wahlkampfslogans der fünf größten Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ) nicht richtig zuordnen. Das geht aus einer FORMAT exklusiv vorliegenden telefonisch durchgeführten Gallup-Umfrage hervor (Befragungszeitraumm 5. bis 10. September). Der Chef der deutschen Markenstrategieberatung Brand:Trust Klaus Dieter Koch, der die Umfrage in Auftrag gab, begründet das schlechte Abschneiden der Österreicher mit generellem Informationsüberfluss und mangelnder Glaubwürdigkeit der Parteien.

Insgesamt wurden zehn Slogans unter die Lupe genommen, zwei pro Großpartei. Die untersuchten Sprüche: "Sozial. Entschlossen. Zuverlässig.", "Faymann. Die neue Wahl." (beide SPÖ), "Neustart statt Stillstand.", "Steuern runter!" (beide ÖVP), "Wir für Euch", "Soziale Sicherheit für unsre Leut" (beide FPÖ), "Den sozialen Weg gehen. Deinetwegen. Österreich.", "Ärmel aufkrempeln und anpacken. Deinetwegen. Österreich." (beide BZÖ), "Dauerstreit? Nicht mit mir.", "blockieren? nicht mit mir" (beide Grüne).

Als Testsieger sind SPÖ und Grüne hervorgegangen
Der SPÖ-Spruch "Sozial. Entschlossen. Zuverlässig." belegte mit 49 Prozent Zuordnungswert den ersten Platz. Die Grünen sind hingegen die einzige Partei, deren beide Wahlkampfaussagen mehrheitlich keiner anderen Fraktion zugeordnet wurden. Das heißt: Jede andere Partei hat zumindest einen Slogan, der mehrheitlich falsch oder gar nicht zugeordnet wurde. 27 Prozent haben Alexander Van der Bellens Spruch "Blockieren? Nicht mit mir" korrekt erkannt, bei "Dauerstreit? Nicht mit mir" waren es 28 Prozent. "SPÖ und Grüne haben sich als Marken klar positioniert. Sie sind mit ihren Aussagen glaubwürdig", begründet Koch das gute Ergebnis.

Weniger gut ist es für FPÖ, BZÖ und ÖVP gelaufen. "Soziale Sicherheit für unsere Leut" (FPÖ) wurde von nur 24 Prozent richtig zugeordnet, 33 Prozent der Befragten hielten ihn für einen SPÖ-Sager. "Das Problem ist hier die fehlende Glaubwürdigkeit", begründet Koch. Im Klartext: Weil in Österreich der soziale Begriff mit der SPÖ verbunden sei, decke sich der FPÖ-Sager auf dem Plakat nicht mit dem, was der Wähler gemeinhin mit den Freiheitlichen assoziiere. Dadurch verpuffe die neue Information oder sie werde, was wahrscheinlicher sei, einer anderen Partei zugerechnet. "Die FPÖ hat also für die SPÖ Werbung gemacht."

Neben Strache hat auch BZÖ-Chef Jörg Haider SPÖ-Kontrahenten Werner Faymann in die Hände gespielt: Der BZÖ-Slogan "Den sozialen Weg gehen! Deinetwegen. Österreich." wurde von nur 14 Prozent korrekt zugeordnet, 32 Prozent meinten, es sei ein roter Spruch.

ÖVP hat nicht die beste Markenstrategie
So sorgt Wilhelm Molterers Devise "Neustart statt Stillstand" für verdutze Gesichter: Bloß 23 Prozent haben ihn dem schwarzen, 21 Prozent dem roten Lager zugeordnet. "Der hauchdünne Vorsprung zeigt, dass es hier einen luftleeren Raum gibt. Für diesen Spruch hätte jede Partei einstehen können", meint Koch. Die SPÖ darf sich auch über den ÖVP-Spruch "Steuern runter" freuen: 29 Prozent der Befragten meinten, es handle sich dabei um einen roten Sager, nur 19 Prozent erkannten seine wahre Provenienz.

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