Wachablöse: Kampf um die Bank Austria

Der neue BA-CA-Chef Erich Hampel gilt als Mann des Konsenses. Doch seine Aufgabe ist höchst konfliktträchtig: Die Belegschaft zeigt ihm die Zähne – und sein Boss Gerhard Randa will harte Sparmaßnahmen sehen.

Am kommenden Montag sind die ehrwürdigen Hallen der Ex-Länderbank-Zentrale Am Hof in Wien der Schauplatz eines besonderen Ereignisses: Gerhard Randa, Präsident der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), trommelt seinen 17-köpfigen Aufsichtsrat – darunter Wirtschaftskapitäne wie Ex-Palmers-Boss Rudolf Humer, Frantschach-Chef Veit Sorger oder Fruchtsäfteproduzent Franz Rauch – zusammen, um in der größten Bankengruppe des Landes die Karten neu zu verteilen: Das Gremium muss in einer außerordentlichen Sitzung den neuen BA-CA-Generaldirektor küren.

Während offiziell die Entscheidungen erst am Montag getroffen werden, ist die Entscheidung hinter den Kulissen längst gefallen: Erich Hampel, 52, bisher im BA-CA-Vorstand für Risikomanagement zuständig, soll zum neuen Generaldirektor avancieren. Zu seinem Stellvertreter wurde IT-Vorstand Wolfgang Haller designiert. Zwar hat sich der BA-CA-Personalausschuss bereits auf die beiden Namen geeinigt, doch das letzte Wort hat der Vorstandsvorsitzende des BA-CA-Mehrheitsaktionärs HypoVereinsbank (HVB): Nur Dieter Rampl kann die Personalrochade durch einen Überraschungskandidaten noch verhindern.

Auf den leidenschaftlichen Tennisspieler Hampel warten jedenfalls einige schwierige Matches: Die Integration der Osttöchter muss weiter vorangetrieben werden, um millionenschwere Synergien lukrieren zu kön-
nen, die ein gemeinsames Back-Office und IT-Netzwerk ermöglichen sollen.

Im Inland wiederum muss Hampel binnen zwei Jahren jeden zehnten Arbeitsplatz abbauen und eine grundlegende Dienstrechtsreform ausverhandeln. Somit ist der Konfrontationskurs des „sachlichen Bankers, von dem man nie ein lautes Wort hört“ (BA-CA-Aufsichtsrat und VA-Tech-Chef Erich Becker) mit der kämpferischen BA-CA-Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann programmiert.

Das Thema Dienstrechtsreform war selbst dem noch amtierenden BA-CA-Chef Karl Samstag zu heiß. Während Erste-Bank-Boss Andreas Treichl „die Geld verschlingenden Anachronismen“ im Sparkassen-Kollektivvertrag – wie etwa Biennalsprünge, automatische Gehaltsvorrückungen oder die Quasi-Pragmatisierung – öffentlich anprangerte, hielt sich Samstag stets vornehm zurück. BA-CA-Präsident Randa gefiel die ostentative Passivität seines langjährigen Gefährten ganz und gar nicht. Randa: „Der Vorstand muss das Thema Dienstrecht mit der Belegschaftsvertretung diskutieren“.

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PLUS: Das Interview mit Gerhard Randa: „Wir müssen besser werden“
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