Vorstandweiber: Frauen in Führungspositionen

Vorstandweiber: Frauen in Führungspositionen
Vorstandweiber: Frauen in Führungspositionen

Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek, ORF-Direktorin Kathrin Zechner, und Susanne Höllinger, Vorstandsvorsitzende der Kathrein Bank (v.li)

Der Anteil von Frauen in den Chefetagen und Aufsichtsräten der österreichischen Unternehmen ist im Europavergleich gering. Was Susanne Höllinger, Vorstandsvorsitzende der Kathrein Bank, ORF-Direktorin Kathrin Zechner, und Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek zum Thema Frauen in der Wirtschaft, Chancengleichheit und Quotenregelungen zu sagen haben.

Susanne Höllinger


Von einer positiven Entwicklung kann man derzeit noch nicht sprechen.

"Jede Monokultur ist schlecht. Wer auf Vielfalt verzichtet, hat einen Wettbewerbsnachteil."


Frauen müssen nicht besser als Männer sein.

" Ich führe anders als männliche Kollegen."


Quoten sind ein Symbol, um das Feld breiter zu machen.

"Noch ist das Umfeld so, dass von einer Führungskraft eine 65-Stunden-Woche erwartet wird. Aber es gibt auch Führungsrollen mit einer vernünftigen Arbeitszeit."

Nur 5,9 Prozent der Top-Positionen in Östereichs Unternehmen sind von Frauen besetzt.

Kathrin Zechner


Weil bei der Bezeichnung Quotenfrau Schwäche mitschwingt, war ich als junge Frau gegen Quoten. Aber ich bin draufgekommen, dass einem dieses Gefühl von Männern angelernt wird.

"Es braucht auf jeder Ebene den Austausch zwischen Alt und Jung, zwischen Unverbrauchten, Ungestümen, Innovativen und Erfahrungsbelasteten, Routinierten, zwischen verschiedenen Ethnien und Kulturkreisen."


Wir sind 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer. Ich frage mich, warum wir seit zig Jahrzehnten den Parteienproporz haben und nicht den Diversity-Proporz oder einen Gender-Proporz.

"Es gibt im Berufsleben einen Verdrängungswettbewerb. Ein Mann gibt das Revier nicht freiwillig auf."


Es gibt einen Vorsprung der Frauen, immer in der Gruppe zu denken und für die Gruppe zu denken. Das nützt auch Unternehmen sehr.

"Den Fokus darauf zu lenken, dass soziale Berufe aufgewertet gehören, schließt nicht aus, dass in die Entscheidungspositionen 50 Prozent Frauen gehören."

Erst 16,2 Prozent der Aufsichtsratsposten sind in von Frauen besetzt.

Christine Bauer-Jelinek


Ich verstehe die Hektik nicht, sprich, dass jetzt innerhalb von zehn Jahren Frauen plötzlich gleich häufig an der Spitze stehen sollen wie Männer. Der Anteil nimmt ohnehin zu, weil die gut ausgebildeten Frauen langsam in das Alter kommen, wo sie dafür geeignet sind, Toppositionen einzunehmen.

"Quoten sind, als würde man Frauen ohne Krafttraining die Streif hinunterfahren lassen."


Das ganze Thema Quote nützt doch höchstens 300 Frauen. Und dafür so viel Theater.

"Die Wirtschaft agiert doch rational. Wenn die Diversity ihr nutzt, dann würde sie schon lange auf Diversität setzen."


Zu sagen, den Frauen steht aus Fairness etwas Bestimmtes zu, halte ich für eine Paradoxie in der Ideologie.

"Eine kapitalistische Wirtschaft ist nicht gerecht und kann es auch nie sein."

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 10/2015
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