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MIP: Solo für Haider Showdown auf der Hauptversammlung der Meinl International Power: Aktionäre und Vorstand planen eine Zukunft ohne Meinl.

Viele verbitterte Besitzer von Meinl-Papieren haben sich diesen Termin rot im Kalender markiert: Am 14. Mai startet um 14.30 Uhr die Hauptversammlung der Meinl International Power (MIP), die erste Gelegenheit für Meinl-Aktionäre seit Ausbruch der MEL-Misere, ihrem Ärger Luft zu machen. Und auch die erste Gelegenheit für Vorstand Hans Haider, die Aktionäre auf einen Kurswechsel bei der MIP einzustimmen.

Ohne Meinl. Zentrale Forderung der Aktionäre ist die Loslösung von der Meinl Bank. "Wir werden die Frage stellen, ob man Julius Meinl bei MIP wirklich noch braucht. In dem Zusammenhang müssen der Market-Making-Vertrag und der Nutzen der Marke Meinl hinterfragt werden", kündigt Alexander Proschofsky vom Austria Börsenbrief an, der auf der Hauptversammlung eine Reihe von institutionellen Anlegern vertreten wird. Im Jahr 2007 kassierte die Meinl Bank für das Market Making 3,3 Millionen Euro, für die Nutzung der inzwischen stark beschädigten Marke Meinl 674.000 Euro und für den umstrittenen Zertifikaterückkauf satte 18,6 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für den Börsengang von rund 40 Millionen Euro. Dem gegenüber steht ein Kursverlust seit dem IPO von 37 Prozent (Stand: Dienstag, 6. Mai). Aus Bankenkreisen hört man, dass Konkurrenten der Meinl Bank dieselben Leistungen zu einem Zehntel des Preises anbieten würden. Proschofsky ist dem Vernehmen nach nicht der Einzige, der Meinl den Kampf ansagen will: Eine Gruppe ausländischer institutioneller Aktionäre will den Antrag stellen, dass in das Board auf Directors auch Meinl-unabhängige Personen bestellt werden. Um das zu erreichen, will man eine weitere, außerordentliche HV einberufen.

Offenbar hat auch der ehemalige Verbund-Chef Haider erkannt, dass seine Arbeit ohne Meinl leichter vonstatten gehen könnte. In der Wiener Finanzszene heißt es hinter vorgehaltener Hand, Haider sondiere, um Finanzpartner zu finden, die ihm ein Management-Buy-out ermöglichen sollen. Investoren aus Russland werden hier ebenso genannt wie große Fonds aus Großbritannien. Auch bei Aktionären wolle der MIP-Manager für seine Person gute Stimmung machen, was ihm auch gelingt. "Haider ist für mich die Schlüsselfigur bei MIP", bescheinigt Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger. Auch Proschofsky streut dem Energieexperten Rosen: "Ich halte ihn für einen sehr kompetenten Manager."

Meinl mauert. Haiders Plan sehe vor, der Meinl Bank die Managementverträge abzukaufen - um ohne Image-Belastungen und auch ohne Karl-Heinz Grasser weitermachen zu können. Ganz leicht dürfte ihm die Meinl Bank, die zuletzt bei der MEL 280 Millionen Euro für die Ablösung der Managementverträge forderte (siehe Kasten), seinen Plan aber nicht machen. "Wir haben gültige Verträge. Ein Verkauf der MIP steht überhaupt nicht zur Diskussion", konstatiert Meinl-Sprecher Herbert Langsner. Auch der Market-Making-Vertrag stehe nicht zur Debatte.

Insider gehen aber davon aus, dass sich die Meinl Bank mittelfristig gesprächsbereit zeigen muss, weil sie sonst ihr wichtigstes Zugpferd Haider verlieren könnte. Dieser ist aber nicht nur der Einzige bei der MIP, der Ahnung vom Energiegeschäft hat, sondern auch derjenige, der beim IPO potente Investoren an Bord geholt hat. Ginge Haider, wären auch diese Aktionäre dahin. Für eine Stellungnahme war der urlaubende MIP-Boss nicht erreichbar.

Aktienrückkauf gefordert. Neben den Großaktionären und dem Vorstand brüten auch Kleinanleger schon über Ideen für die Neuausrichtung. Der Wiener Unternehmensberater Heinz Matthies, selbst verärgerter Besitzer einer fünfstelligen Anzahl an Papieren, will auf der HV andere Aktionäre von seinen Plänen überzeugen. Die MIP solle regelmäßig Ertragsprognosen vorlegen. Kurios mag Matthies' zweite Forderung klingen: "Zur sofortigen Wertsteigerung empfehle ich einen Aktienrückkauf - diesmal allerdings transparent und bis zu einer maximalen Höhe von sieben Euro pro Papier."

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