Vollgas zum Erfolg

Als er vor 13 Jahren an die Spitze von Porsche kam, musste Wendelin Wiedeking den Sportwagenhersteller vor der Pleite retten. Heute verbindet Porsche jährliche Rekordgewinne mit einer gesunden Zukunftsperspektive.

Wendelin Wiedeking hat einen der erfolgreichsten Turnarounds der deutschen Wirtschaftsgeschichte geschafft: 240 Millionen D-Mark (rund 120 Millionen Euro) Verlust hatte Porsche im Geschäftsjahr 1992/93 gebaut, Wiedekings erstem Jahr als Vorstandschef des Sportwagenherstellers. Heuer legte der Manager einen Jahresabschluss mit 1,24 Milliarden Euro Konzerngewinn vor.

Ein Brachialsanierer ist Wiedeking aber keineswegs. Sein Augenmerk galt nämlich nicht nur der finanziellen Ergebnisverbesserung, sondern vor allem einer zukunftsfähigen strategischen Neuausrichtung der legendären Marke. Auch die ist ihm glänzend gelungen: Lag die Verkaufszahl der Edelvehikel zu seinem Amtsantritt gerade bei 15.000 Stück pro Jahr, peilt Wiedeking im laufenden Geschäftsjahr die Marke von 100.000 verkauften Fahrzeugen an.

Damit hat der Porsche-Lenker geschafft, worum viele andere Unternehmen heute kämpfen: die Ertragssituation entscheidend zu verbessern und dabei die Voraussetzung für langfristiges, gesundes Wachstum zu schaffen. Dieses Thema, das Spannungsfeld zwischen schneller Leistungssteigerung und anhaltender Bestandssicherung („Performance & Health“), ist eine der großen Herausforderungen, vor denen Manager derzeit stehen.

VW-Deal sichert erfolgreiche Porsche-Positionierung langfristig ab. Der Fokus auf die Nachhaltigkeitskomponente stellt hohe Anforderungen an die strategischen Qualitäten der Unternehmensführer. Wiedeking hat in dieser Hinsicht vor wenigen Wochen sein Meisterstück geliefert: Zusammen mit Ferdinand Piëch (Porsche steht im Eigentum der Familien Porsche und Piëch, die aber im Unternehmen keine Managementfunktionen mehr wahrnehmen) war er das Mastermind und die treibende Kraft hinter dem Einstieg der Porsche AG beim kriselnden Volkswagen-Konzern. Rund drei Milliarden Euro kostet der Erwerb von rund 20 Prozent der VW-Aktien, mit dem Porsche zum größten Einzelaktionär bei VW wird. Dank der Gewinne der letzten Jahre kann Wiedeking den Deal praktisch aus der eigenen Liquidität finanzieren. Er sichert damit die Zusammenarbeit zwischen dem exklusiven Nischenplayer und dem Großkonzern, dem Porsche einen guten Teil seiner starken Ertragslage verdankt.

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