Verbund-Chef Anzengruber: "Revolutionärer Charakter“

Verbund-Chef Anzengruber: "Revolutionärer Charakter“

Verbund-Vorstandschef Wolfgang Anzengruber spricht über den Wandel im Strommarkt und wie es der Verbund anstellt, mehr Start-up-Spirit zu bekommen.

Format: Ist es für ein traditionsreiches Unternehmen wie Verbund wichtig, dass ein Start-up-Spirit einzieht?

Wolfgang Anzengruber: Natürlich.

Wie macht man das?

Anzengruber: Wir sind in den Veränderungsprozessen der E-Branche massiv drinnen. Wir brauchen unser bestehendes und erfolgreiches Geschäftsmodell - also Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, vor allem Wasserkraft -, das ist ja nicht aus der Mode gekommen, aber das alleine ist zu wenig. Es ist eine Riesenveränderung, eine, die durchaus revolutionären Charakter hat. Ich sehe die Zukunft der Energiewirtschaft nicht depressiv und frustrierend, sondern sehr interessant. Es gibt viele neue Felder, die aufgehen.

Gibt es eine Idee, wie das Stromgeschäft in zehn Jahren aussehen wird?

Anzengruber: Ich sehe im Strombereich eine hochinteressante Zukunft auf uns zukommen. Strom macht derzeit nur ein Fünftel des Energieverbrauchs aus, in Zukunft wird der Anteil steigen. Weil am Ende des Tages wird CO2 teurer werden. Aus den Stromkunden werden Systempartner, die beispielsweise durch Photovoltaikanlagen selbst Energie erzeugen. Wir werden in Zukunft beides brauchen, die kleinen und die großen Kraftwerke, der gesamte Strommarkt wird vernetzter.

Werden die Strommasten in Zukunft aus dem Landschaftsbild verschwinden?

Anzengruber: Nein. Im Hochspannungsbereich würde eine Verlegung unter die Erde nach wie vor zu teuer werden. Ich gehe davon aus, dass es die Masten in diesem Bereich die nächsten 30, 40 Jahre noch geben wird.

Der Verbund-Chef spricht außerdem über "Smarte Ideen", mit denen er neue Geschäftsfelder beschreibt.

Zur Person

Wolfgang Anzengruber , 58, ist seit 2009 der Vorstandsvorsitzende des teilstaatlichen Energiekonzerns Verbund AG. Sein Vertrag läuft bis 2018.

Zuvor war der in Steyr Geborene Vorstandsvorsitzender beim Kranhersteller Palfinger und Mitglied des Vorstands der Salzburg AG. Der Verbund beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter, in der jungen Tochter Verbund Solutions suchen rund 20 Mitarbeiter nach neuen Geschäftsideen und Dienstleistungen.

Lesen Sie das ganze Interview in FORMAT Nr. 22/2015
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