US-Immobilienkrise: Cash oder Crash?

Wie Anleger auf die gespannte Börsenlage reagieren sollten, hängt vor allem von ihrer Einschätzung der US-Immobilienkrise ab.

Die Nachrichtenlage ist mehr als schlecht. Der US-Immobilienverband NAR rechnet damit, dass die Preise für Wohnimmobilien landesweit sinken werden. Es wäre das erste Mal seit der Großen Depression in den 30er-Jahren. Der Bestand an unverkauften Objekten ist so hoch wie noch nie, seit Statistiken darüber geführt werden. 15,2 Prozent aller Hypothekenkunden mit schwächerer Bonität (Subprime) sind mit ihren Raten seit mindestens 30 Tagen im Rückstand – auch das ein historischer Rekord. Angesichts dieser Zahlen rechnen Brancheninsider damit, dass ein Drittel aller US-Hypothekenbanken heuer noch Pleite machen werden. 117 sind bereits insolvent.

Die US-Immobilienkrise zieht immer weitere Kreise, und die Angst vor einem veritablen Börsencrash – üblicherweise bloß ein Szenario für weltfremde Untergangspropheten – nimmt auch bei Top-Experten zu. Mark Faber, einer der renommiertesten Investmentstrategen, der auch den Crash 1987 richtig vorhergesehen hatte, gibt sich gegenüber Bloomberg skeptisch: „Es wäre für mich eine Überraschung, wenn sich die US-Wirtschaft in sechs Monaten nicht in einer Rezession befände.“ Auch weitere zehn bis zwanzig Prozent Minus in den großen Börsenindizes hält der Schweizer für realistisch.
Pessimisten wie Faber stützen ihre Argumentation darauf, dass die Hypothekenkrise die Risikobereitschaft der Banken deutlich dämpft, und das nicht nur im Immobilienbereich. Kredite für Investitionen von Unternehmen werden ebenso schwieriger zu bekommen sein wie die bei US-Bürgern so beliebten Privatkredite, mit denen der Konsum – verantwortlich für 64 Prozent der US-Wirtschaftsleistung – angekurbelt wird. Da aber auch die boomenden Ökonomien in Asien – etwa China und Indien – hauptsächlich für den Export und nicht für den eigenen Markt produzieren, würde sich diese Rezession rasch über den Globus ausbreiten.

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