US-Druck, um im „Fahrersitz“ zu bleiben

Der Streit um das iranische Atomprogramm spitzt sich gefährlich zu. Für die USA sind „alle Optionen am Tisch“, Iran zeigt sich ungerührt.

Schlagen wir nach bei Seymour Hersh, dem US-Aufdecker des Abu-Ghraib-Skandals: „Luftwaffen-Spezialisten bereiten schon Listen vor, in denen die Angriffsziele angekreuzt sind, und Spezialeinheiten sind im Iran, um sich nach Zielen umzusehen und Kontakte mit regierungsfeindlichen Gruppen aufzunehmen.“ Dieses Schreckensszenario stammt aus dem April vergangenen Jahres – das Säbelrasseln dauert jetzt also schon einige Zeit. Zugegeben, diesmal allerdings verstärkt durch die entsprechende Hardware am Boden – oder besser: im Wasser, nämlich durch zwei Flugzeugträger.

Dieser Tage schreibt Hersh wieder im „New Yorker“, das Bombardement könnte innerhalb von 24 Stunden beginnen, sobald der Präsident dazu den Auftrag erteilt. Das nennt man in der Fachsprache: „Druck erhöhen“ – oder wie ein ranghoher Diplomat in der „New York Times“ zitiert wird: „Nur so bleiben wir im Fahrersitz.“

Und so wird sich jetzt erstmals Washington mit den Erzfeinden Iran und Syrien an einen Tisch setzen – bei einer Konferenz in Bagdad in der ersten Märzhälfte. Etwas, das von der Baker-Kommission abwärts auch in Europa viele gefordert haben. Washington gibt also doch noch „der Diplomatie eine Chance“ (George W. Bush).

Sollten die Gespräche scheitern, ist immer noch offen, welches Ziel die USA verfolgen, würden sie den Iran tatsächlich in die Steinzeit zurückbomben. Im Moment befindet sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad eher in einem innenpolitischen Rückzugsgefecht – die Opposition gegenüber seiner Politik wird immer lauter: Bei Wahlen fallen die Parteigänger des Präsidenten durch; der gesunkene Ölpreis bringt auch nicht mehr die notwendigen Deviseneinnahmen; die Inflation steigt bedrohlich, allein Brot und Fleisch sind um bis zu 25 Prozent teurer geworden. Wenn die USA eine Bombe fallen lassen, wird sich das Volk um seinen Präsidenten scharen. Der würde diesmal freilich nicht Bush heißen, sondern Ahmadinejad. Und das kann ja wohl auch nicht Sinn und Zweck eines solchen Krieges sein.

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