Unsicherer Boden

Österreichs Banken und Versicherungen haben durch die Immobilienkrise in den USA Geld verloren. Über die Höhe schweigen manche lieber.

Die Deutschen und die Schweizer machen es. Die Amerikaner sowieso. Und was ist mit den Österreichern? Sie können sich zurückhalten. Die Abwertungen, die die heimischen Finanzinstitute derzeit wegen der Verluste durch die US-Hypothekenkrise vornehmen müssen, sind vergleichsweise gering.

Die Erste Bank hat am Dienstag als erstes Institut ihren Bericht für das dritte Quartal vorgelegt. Sie musste ihr Portfolio mit Asset Backed Securities (ABSs) und Collateralized Debt Obligations (CDOs) – siehe Glossar auf Seite 14 – in Höhe von 3,2 Milliarden Euro um 20 Millionen Euro abwerten. Nicht, weil sie in Produkten auf US-Hypothekardarlehen von finanzschwachen Schuldnern („subprime“) engagiert gewesen wäre. Nein, der gesamte Markt an strukturierten Produkten auf Kreditforderungen ist durch die Immo-Krise in Mitleidenschaft gezogen worden.

Diese Krise ist noch nicht ausgestanden. Sie hat sich im Oktober noch verschlimmert.

Es war Sommer, als sich die Spirale von steigenden Immobilienpreisen und exzessiven Fremdfinanzierungen statt gen Himmel gen Boden drehte. Viele Amerikaner konnten ihre Hypothekarkredite nicht mehr bedienen. Die Subprime-Kredite wurden ihrem Namen gerecht: Sie waren eben nicht erstklassig, sondern von finanzschwachen Schuldnern aufgenommen worden. Sie traf es als Erste.

Das allein wäre noch kein Drama gewesen, hätten nicht US-Finanzinstitute diese Kredite mehrmals umstrukturiert und verpackt und weltweit an Investoren verkauft. Diese Investoren waren hauptsächlich Banken und Versicherungen.

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