Überall passiver Widerstand

Gerhard Randa, Noch-Präsident der Bank Austria Creditanstalt, über seinen Abgang bei der HVB, seine Kritiker in Österreich und seine Zukunft bei einer neuen Bank.

Format: Herr Randa, wie geht es Ihnen nach den Turbulenzen um Ihre Person?
Randa: Mir geht es ausgezeichnet. Besser als vor einer Woche.
Format: Was ist denn nun der genaue Grund für Ihren Abgang aus der HVB?
Randa: Es gibt viele Gründe, zwei davon sind hauptverantwortlich. Erstens haben wir in der HVB auf der operativen Ebene großen Umstrukturierungsbedarf. Das sind Programme, die zwischen 18 und 36 Monaten laufen. Würde ich dafür jetzt die Konzepte machen und dann in Pension gehen, hätte das wenig Sinn. Man soll nicht im Fluss die Pferde wechseln.
Format: Und zweitens?
Randa: Zweitens sage ich selbstkritisch: Ich habe die mir selbst gesteckten Kostenziele nicht erreicht. Wenn früher Kollegen nachhaltig die Budgetziele verfehlten, habe ich üblicherweise personelle Konsequenzen bewirkt. Das muss dann für mich selbst auch gelten.
Format: Wir dachten, Sie haben als COO die Kosten der HVB um über eine Milliarde Euro gesenkt?
Randa: Ich habe sie um 1,5 Milliarden Euro gesenkt, aber das reicht nicht. Mir ist es nicht gelungen, die Einstellung der Leute zu einem stärkeren Effizienz- und Ergebnisbewusstsein hin zu verändern. Ein neues Denken, eine Kulturveränderung – das habe ich nicht geschafft.
Format: Sie konnten sich mit Ihren harten Sanierungskonzepten in München nicht durchsetzen?
Randa: Ich bin gegen Gummiwände gerannt. Ich dachte mir, mit meiner Erfahrung und meinem beruflichen Background werde ich doch auch in Bayern Veränderungen bewirken können. Das ist aber nicht der Fall.
Format: War es nicht so, dass Ihre Vorstellungen auch im HVB-Vorstand auf wenig Akzeptanz stießen?
Randa: Ich bin im Haus ständig auf passiven Widerstand gestoßen. Im Vor-stand waren alle sehr freundlich zu mir.
Format: Ist ein Teil des Problems, dass Sie in München keine Hausmacht haben?
Randa: Mag sein, dass dieser Punkt eine Rolle spielt. Andererseits bin ich mein ganzes Leben lang ohne Hausmacht ausgekommen.
Format: Eigentlich sind Sie als Kämpfer bekannt, der nicht aufgibt, wenn er auf Widerstände stößt.
Randa: Diese Charakterisierung ist auch heute noch richtig. Nur, wenn ich nichts mehr umsetzen kann, muss ich irgendwann sagen: Soll es ein anderer besser machen.
Format: Fühlten Sie sich als eine Art Don Quijote?
Randa: Sagen wir es so: Ich fühle mich nicht zu dieser Rolle berufen.
Format: Sie sind freiwillig gegangen?
Randa: Absolut freiwillig. Ich bin kein Sesselkleber.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen FORMAT
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