TV ist in der Krise.
Und bekommt eine neue Chance

Quotenschwund, Zuschauerproteste, die Werbewirtschaft will weniger bezahlen: Ist der ORF trotz (wegen) der Programmreform am Ende?

Das Fernsehen, so wie wir es kennen, steckt immer offensichtlicher in einer Krise. Das Quasi-Monopol der TV-Sender auf Unterhaltung und Verbreitung von audiovisuellen Inhalten jeglicher Art schwindet: Videoportale wie YouTube, Spielfilmportale von Telekomunternehmen, „video on demand“-Angebote, die über Telefonleitungen kommen, und nicht zuletzt die „podcasts“ privater Anbieter bieten Alternativen. Mit fortschreitendem Ausbau von Hochleistungs-Breitbandnetzen wird sich das Angebot noch einmal vervielfachen. Dann ist wirklich jeder sein eigener „Programmdirektor“ und kann sich das, was er gerade will, zu beliebiger Zeit selbst auf den Bildschirm holen. Das Monopol des Fernsehens auf Unterhaltung ist gefallen. Triste Zukunftsaussichten für die großen Stationen – und diese Zukunft hat bereits begonnen.

Das Aufkommen der neuen Medien zwingt dem bisherigen Platzhirsch einen Funktionswandel auf. Dem Fernsehen ergeht’s nun so, wie es in den 50er- und 60er-Jahren dem Radio unter dem Eindruck des aufkommenden Fernsehens ergangen ist: Das Radio brauchte eine neue Rolle. Und fand sie: Es wurde nicht verdrängt, sondern boomt im Gegenteil als Tagesbegleiter, als Informations-, Service- und Dienstleister.

Kommerzielles Fernsehen trifft der Strukturwandel am Lebensnerv. Außer Unterhaltung haben die Privaten ja nicht viel anzubieten (manche von ihnen forcieren nun andere Geschäftszweige und machen damit bereits bis zur Hälfte ihres Umsatzes). Öffentlich-rechtliche TV-Sender dagegen werden vor allem auf Information, Service und Dienstleistungen setzen. So besehen ist die jüngste Programmreform des ORF in ihren Kernelementen (siehe oben) zweifellos ein mutiger Schritt in die richtige Richtung: mutig, weil er konsequent und relativ früh gesetzt wird. Auch die Radioreformen waren ja nicht risikolos: Gegen die Ö3-Reform gab es massivste Vorbehalte, und Ö1 drohte das Schicksal eines brustschwachen Klassik-Senders. Zumindest wenn man damals auf jene Experten gehört hätte, die die Zeichen der Zeit nicht verstanden haben.

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