TV-Duell der Adabeis

„Seitenblicke“ gegen „Hi Society“. Wie ATV und ORF täglich vor dem Hauptabendprogramm mit Promis und Einschaltquoten kämpfen.

Als der seinerzeitige ORF-Intendant und „Seitenblicke“-Erfinder Thaddäus Podgorski von seinen Mitarbeitern gefragt wurde, was „Seitenblicke“ für ein Format sei, meinte er: „Beobachtet Prominente wie seltsame Käfer, immer mit einer gewissen Ironie und der nötigen Distanz.“ Damals, vor genau zwanzig Jahren, konnte der ORF dabei noch mit dem Selbstbewusstsein eines unangefochtenen Monopolisten vorgehen. Das hat sich gründlich geändert. Gesellschaftsformate aus dem In- und Ausland setzen den Fernseh-Adabeis zu, allen voran Dominic Heinzls Magazin „Hi Society“ auf ATV.

Österreichs TV-Publikum hat die Wahl. „Seitenblicke“ beginnt um 20.04 in ORF 2 und dauert viereinhalb Minuten. „Hi Society“ startet um 19.45 und ist mit dreißig Minuten mehr als sechsmal so lang. Während beim Staatsfernsehen eine sogenannte Off-Stimme die Beiträge kommentiert, führt bei ATV Produzent und Moderator Dominic Heinzl durch die Sendung.

Die Rollenverteilung ist klar. „Hi Society“ greift als frecher, lauter Herausforderer und Zugpferd des Privatsenders das Format des Staatssenders an – und ziemlich erfolgreich. Zwar kommt Heinzl im Schnitt „nur“ auf 100.000 Seher, während „Seitenblicke“-Chef Rudolf „Purzl“ Klingohr 645.000 Zuseher verzeichnen kann. In Marktanteilsprozenten ausgedrückt steht es 6,7 zu 36,5.

Heinzl beschreibt den von ATV zelebrierten Stil so: „Dort, wo der ORF zur Seite blickt, schauen wir ganz genau hin.“ Klingohr kontert: „Als öffentlich-rechtlicher Sender tragen wir eine andere Verantwortung und führen deshalb meist die feinere Klinge.“

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