Türkei: Akteur in einem gemeinsamen Europa

Auch der Papst-Besuch zeigt: Neben dem Dialog der Religionen muss auch der politische Reformprozess der Türkei vorangetrieben werden.

Die Ereignisse der letzten Tage haben gezeigt, dass es zwischen den EU-Mitgliedsstaaten noch viel aufzuarbeiten gibt. Denn die Gründe für das Scheitern der jüngsten Verhandlungen im Rahmen des EU-Beitrittsprozesses sind nicht alleine bei der Regierung in Ankara zu suchen. Den Verhandlungspartnern ist geraten, im Sinne einer diplomatischen und nachhaltigen Lösung vorsichtig mit dieser Situation umzugehen und die Emotionen zu kontrollieren. Beide Parteien sollten das Thema nicht innenpolitisch ausnützen, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren. Denn generell darf man nicht vergessen, dass die Türkei zu den attraktivsten Märkten in Europa zählt: Mit mehr als 70 Millionen Einwohnern – über 51 Millionen davon im erwerbsfähigen Alter – und einem Wirtschaftswachstum von fünf bis sechs Prozent beweist die Türkei ein enormes Entwicklungs- und Konsumpotenzial. Unternehmen, die ihre Chancen auf diesem Zukunftsmarkt bereits wahrnehmen, dürfen mit Wachstumsraten von fünf bis zehn Prozent rechnen. Insgesamt ist in den letzten Jahren bereits ein kontinuierlicher Anstieg ausländischer Direktinvestitionen zu beobachten – eine Tendenz, die sich sicherlich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken wird. Natürlich muss auch die Türkei ihre Wirtschaft nachhaltig stärken und europafähig machen: Dazu gehört zum Beispiel die Stabilisierung der Lira genauso wie die nachhaltige Senkung der Inflation, des Budgetdefizits und der Staatsschulden.

Aber auch Europa muss sich massiven Herausforderungen stellen: Prognosen der europäischen Kommission gehen von einem Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung um 20 Millionen Personen bis 2030 aus, während der Prozentsatz der an über 65-Jährigen von derzeit 23 % auf 40 % steigen wird. Gleichzeitig rechnen Experten mit einem relativ gleich bleibenden BIP von 2,5 %. Beide Faktoren werden das Europa von morgen entscheidend beeinflussen. Das bedeutet: Sowohl die wachsende Wirtschaft als auch die wachsende Bevölkerung machen die Türkei zu einem bedeutenden Akteur und Markt in einem zukünftigen Europa.

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